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«Ohne Mampf kein Kampf»

Die Studierenden der Universität Basel halten die Aula nach wie vor besetzt. Mit Arbeitsgruppen wollen sie nun den Protest besser organisieren. «Educationis not forsale»: Die Studierenden protestieren gegen die Finanzierung der Uni aus der Privatwirtschaft.

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Universität Basel

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Nicole Nars-Zimmer

Benjamin Rosch

Den Parolen folgen nun Arbeitsgruppen. In der Vollversammlung hatten die Studierenden über das weitere Vorgehen debattiert und Teilbereiche des Protestes ausgemacht. «Mobilisierung», «Flyer», aber auch «Küche» und «Putzen» sind Titel der kleinen Organisationen, denen jeder beitreten kann. Auch gegen die schlechte Publicity, die durch die Schmierereien an der Wand des Kollegiengebäudes entstanden war, wolle man etwas unternehmen.

Zwar habe man sich von dieser Aktion distanziert, doch scheinbar sind weitere Schmierereien innerhalb des Gebäudes aufgetaucht. Diese will man nun selbst beseitigen und in der Zukunft eindämmen. Darüber, wer für die Sprayereien an der Fassade verantwortlich ist, herrsch Unklarheit. Die Verantwortlichen der Besetzung der Uni geben an, die Sprüche wie «Schiesst die Professoren vom Podest» wären schon vor dem Start der Protestaktion am Mittwochmorgen da gewesen.

In einem Brief kündigte Hans Amstutz, der Generalsekretär der Universität Basel, an, die Aula am Donnerstagnachmittag zu räumen, da dort am Freitag eine für das Image der Uni wichtige Tagung stattfinden soll. Diese fand jedoch nicht statt. Allerdings kündigte sich ein Gespräch zwischen Uni-Rektor Antonio Loprieno und den Protestierenden an. Der Ausgang davon stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Fest steht jedoch, dass die Studenten sich gegen eine drohende Räumung wehren wollen. Mit welchen Mitteln, ist allerdings noch offen und wieder Gesprächsthema im Plenum.

Ein Student der Medienabteilung meint dazu: «Sie haben uns Alternativen angeboten. Aber wenn es für uns Alternativen gibt, dann kann auch die Tagung sonst irgendwo stattfinden.» Einzelne Namen der Verantwortlichen wollen die Studierenden immer weniger nennen; generell hält man sich sehr bedeckt. Obwohl man die Aufmerksamkeit der Medien schätzt, ist man der Berichterstattung gegenüber immer wieder kritisch eingestellt.

Am ersten Tag hatte man Fotografen noch verbieten wollen. Nun, da das Medieninteresse grösser geworden ist, wolle man das aber nützen, so die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe für Medien. Auch der Küchenbetrieb wurde fortgesetzt. Gemäss dem Motto am Essenszelt «Ohne Mampf kein Kampf» gab es weiterhin gratis Essen für alle, die an der Protestaktion teilnehmen.Inzwischen haben sich allabendliche Vollversammlungen eingebürgert, an denen über die Zwischen- und Hauptziele Debatten geführt werden sollen, um schliesslich demokratisch einen Entscheid zu fällen.

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