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Ohne Fingerabdruck in die Badi

Einlass durch einen Fingerabdruck: Kassierin Duce Dubach zeigt, wie das Fingerprintsystem in der Badanlage Isenlauf in Bremgarten funktioniert.

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Einlass durch einen Fingerabdruck: Kassierin Duce Dubach zeigt, wie das Fingerprintsystem in der Badanlage Isenlauf in Bremgarten funktioniert.

Das Fingerabdruck-System der Badi Bremgarten stösst nicht nur auf Gegenliebe. Nun wurde bekannt, dass es eine Möglichkeit gibt, ein Badi-Abo ohne Fingerabdruck zu lösen. Dafür braucht es allerdings etwas Durchhaltewillen.

Dino Nodari

«Ja, wir bieten eine Möglichkeit an, ein Saison-Abonnement ohne Fingerabdruck zu lösen», bestätigt der Bremgarter Stadtrat und Zuständige für den Badi Raymond Tellenbach. Damit erfüllt die Bremgarter Badanlage Isenlauf auch eine Forderung von Gunhilt Kersten.

Die Datenschutzbeauftragte des Kantons Aargau forderte, auf Anfrage der AZ Freiamt, wenn möglich eine Alternative zum Fingerprint-Abo anzubieten. Allerdings braucht es in Bremgarten viel Durchhaltewillen und Hartnäckigkeit, bis man ein Badi-Abo ohne Fingerabdruck bekommt.

«Prinzip stört mich extrem»

Karen Reinhard hat sich im letzten Jahr bei Raymond Tellenbach gemeldet, weil sie das Abonnement mit Fingerabdruck nicht wollte. «Dieses Prinzip stört mich extrem.» Erst nach einigem Hin und Her habe man ihr eine Alternative angeboten, die sie letztlich aber ausgeschlagen hat.

Jetzt löse sie Einzeleintritte. «So bin ich frei, auch andere Badeanstalten in der Region zu besuchen.» Es stimme, dass die Alternative ohne Fingerabdruck nicht an die grosse Glocke gehängt werde, erklärt Raymond Tellenbach. Dies, weil dadurch die Automatisierung des Eintritts behindert werde.

Ähnliche Erfahrungen hat auch M. S. (Name der Redaktion bekannt) gemacht. «Es war extrem mühsam, bis man mir schliesslich die Alternative ohne Fingerabdruck angeboten hat.» Zuerst sei man gar nicht auf sie eingegangen und erst als sie auf ihrem Standpunkt beharrt habe, sei ihr eine andere Möglichkeit angeboten worden. Auch M. S. hat in diesem Jahr kein Saison-Abonnement für sich und ihre Kinder mehr gelöst.

Kindern Abo aufgeschwatzt?

Beide Frauen stört es, dass man Kindern ohne die Einwilligung ihrer Eltern ein Fingerabdruck-Abonnement verkaufe. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass es nicht zulässig sei, wenn man Kindern, die nicht in Begleitung ihrer Eltern sind, die Fingerabdrücke nehme.

Das Abonnement würde den Kindern regelrecht aufgeschwatzt. Raymond Tellenbach meint dazu, dass er davon ausgehe, dass die Eltern bei Abonnementskauf dabei seien. «Ist dies nicht der Fall, ist es auch vom Standpunkt der Sicherheit für das Kind fraglich.» Und wenn die Eltern nicht dabei seien, könnten sie auch nicht befragt werden.

«Bremgarter System ist sicher»

Dass sich Kunden wegen des Fingerabdruck-Abos ärgern, sei heute eher selten, erklärt Raymond Tellenbach. Er habe zwar Verständnis für die Bedenken, es sei wichtig, dass man wisse, was mit den eigenen Daten passiere. Das Bremgarter System sei aber sicher.

Auf die Zahl der verkauften Saison-Abonnemente habe das neue Kassensystem keinen Einfluss. «Die Anzahl der verkauften Abonnemente hängt viel mehr vom Wetter ab», ist Tellenbach überzeugt.

Lediglich etwa 20 Saisonabonnemente ohne Fingerabdruck seien heute im Umlauf, erklärt Jens Kemper. Der Betriebsleiter der Badi Bremgarten ist überzeugt, dass sich das System in der Praxis bewährt. Die Präsenzzeit des Personals an der Kasse habe deutlich gesenkt werden können.

«Wir hoffen natürlich, dass nicht zu viele Gäste ein Saisonabo ohne Fingerabdruck wollen.» So könne das Personal an wichtigeren Orten eingesetzt werden. Probleme mit dem neuen Kassensystem gebe es kaum. In einigen Fällen komme es aber vor, dass der Fingerabdruck nicht gelesen werden könne.

Dann muss auch für diese Gäste ein Abo ohne Fingerabdruck erstellt werden. In diesem Fall muss man sich aber an der Kasse ausweisen.

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