Ohne Elpex gibts keine Pommes

Hinten laden Landwirte Kartoffeln ab. Vorne kommen gefrorene, perfekt geformte und verpackte Pommes frites heraus. Der Ablauf in der schweizerischen Pommes-frites-Produktionsstätte der Frigemo ist voll automatisiert. Derzeit installiert die Firma Elpex dort eine neue Kommandozentrale.

Brigit Leuenberger

Heinz Müller ist in seinem Audi unterwegs nach Cressier. Für die dort ansässige Firma Frigemo hat sein Unternehmen eine neue Schaltanlage hergestellt, installiert und programmiert. Am kommenden Mittwoch soll diese in Betrieb genommen. Jetzt müssen letzte Fein- und Anpassungsarbeiten vorgenommen werden. Ein wichtiger Moment für Heinz Müller und sein Team. Denn: Ist Frigemo mit ihrer Arbeit zufrieden, kann vielleicht bald ein weiterer Auftrag folgen, so hofft der Unternehmer.

Und die Chancen dazu stehen nicht schlecht, denn die Elpex AG Steuerungstechnik geniesst einen guten Ruf. Ihre Kunden, die auf der ganzen Welt zu finden sind, sind in den verschiedensten Branchen tätig (siehe Text unten). So setzt etwa der Frischproduktehersteller Emmi beim Abfüllen seiner Joghurts auf Elpex-Technologie. «Ausserdem sind wir für das Knackgeräusch bei der Schokoladenummantelung der Emmi-Glacen verantwortlich», verrät Heinz Müller - nicht ganz ohne Stolz.

Modernste Maschinen

Vor Ort wird der Unternehmer von Projektleiter Urs Krähenbühl und Programmierer John Wiskerke begrüsst. Zeitgleich rollen im Hintergrund kiloweise Kartoffeln auf das Förderband, die alsbald in einer der fünf Lagerhallen verschwinden. «Noch sind es Frischkartoffeln mit einer verletzlichen Schale, die innert dreier Tage verarbeitet werden müssen», weiss Urs Krähenbühl. Erst ab Mitte September werden die Lagerhallen bis oben hin mit lagerfähigen Kartoffeln gefüllt.

Die beiden Elpex-Fachleute sind mittlerweile Pommes-frites-Spezialisten. «Um die Anlage exakt programmieren zu können, müssen wir die Abläufe der Fabrik kennen», erklärt John Wiskerke auf einem Rundgang. Von der Lagerhalle gelangen die Kartoffeln über einen Wasserkanal via Reinigungsinstallation zu den Schäl- und Schneidanlagen. Zu kurze Pommes frites oder solche mit dunklen Verfärbungen werden aussortiert. Eine Maschine, die europaweit dem modernsten Standard entspricht, wie Hanspeter Wüthrich, Leiter Technik und Unterhalt bei Frigemo, betont, nimmt die Sortierung vor.

Mitarbeiter sind kaum zu sehen. Der gesamte Produktionsablauf wird durch einen Schichtleiter und einen Anlageführer sichergestellt. Manuelle Sortierung braucht es nur an zwei Schnittstellen. «Alles andere wird automatisch geregelt», so Heinz Müller.

Pommes für McDonald's

Heiss ist es in den Räumlichkeiten, in denen die Pommes frites blanchiert und nach einer kurzen Trocknungsphase vorfritiert werden. «Bei minus 18 Grad werden sie dann in einem nächsten Prozessschritt tiefgefkühlt», erklärt Hanspeter Wüthrich. In Plastiktüten zu 2,5 Kilogramm abgefüllt und je vier Tüten zusammen in einen Karton verpackt, gelangen die Pommes frites schliesslich in die Schlussphase ihres Parcours. Ein vollautomatischer Roboter stapelt die Kisten auf Paletten. Stündlich verlassen auf diesem Weg 6,5 Tonnen fixfertige Pommes frites die Frigemo und werden an McDonald's, Coop und weitere Unternehmen geliefert.

Kurz vor Mittag fährt Heinz Müller zurück nach Grenchen. Mit der Arbeit seines Teams ist er überaus zufrieden. Zuversichtlich sieht er der Inbetriebnahme entgegen.

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