Oft Gratiskeime mit auf Teller

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Rund 10000 Betriebe wie Restaurants, Metzgereien oder Landwirtschaftsbetriebe hat das Kantonale Laboratorium letztes Jahr kontrolliert. Bei 14 von 100 Betrieben stellte es erhebliche oder grosse Mängel fest. Insgesamt reichte das Laboratorium 154 Strafanzeigen ein.

Bruno Utz

Das Positive vorneweg: Im Vergleich zum Vorjahr mussten die Lebensmittelkontrolleure 2009 deutlich weniger Beanstandungen vornehmen als ein Jahr zuvor: Damals wiesen 20 von 100 Betrieben «erhebliche oder grosse Mängel» auf, letztes Jahr waren es noch 14 von 100.

Gemäss dem Jahresbericht des Kantonalen Laboratoriums wurden 2009 bei mehr als 4700 Verpflegungsbetrieben wie Restaurants, Kantinen, Vereins- und Sportplatzlokalen oder Spital- und Heimbetrieben unangemeldete Inspektionen durchgeführt. Die häufigsten Mängel betrafen die lückenhafte Dokumentation der Selbstkontrolle, mangelnde Hygiene, fehlende Kennzeichnung und zu hohe Temperaturen bei der Lagerung von vorgekochten Speisen.

Fast die Hälfte der Beizen

Im Berichtsjahr wurden in 1337 Gastwirtschaftsbetrieben insgesamt 2806 Proben von verderblichen Lebensmitteln zur mikrobiologischen Untersuchung erhoben. Nur in 738 Betrieben musste nichts beanstandet werden. In den anderen 599 Betrieben setzte es bei 30 Prozent der Proben wegen Toleranzwertüberschreitungen Reklamationen ab. Am häufigsten betroffen waren gekochtes Gemüse, Teigwaren und Reis. Positiv entwickelt hat sich im Berichtsjahr die Qualität des Frittieröls: Die Quote der Beanstandungen sank von 21 auf 13 Prozent.

Als bedenklich stuft das Kantonale Laboratorium das Resultat von 75 inspizierten Heimen und Spitälern ein, mussten doch in 15 Betrieben Speisen beanstandet werden. Viele davon wiesen Enterobakterien über dem Toleranzwert auf. «Das weist auf ungenügende Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln hin», kommentiert das Laboratorium. Besser schnitten die 61 kontrollierten Betriebskantinen und Mensen ab: Nur in acht Betrieben kam es zu Beanstandungen.

Inspektionen hat das Kantonale Laboratorium auch bei Metzgereien, Käsereien, Bäckereien und Konditoreien durchgeführt. Bei 11 von 100 Betrieben sind dabei «erhebliche oder grosse Mängel» festgestellt worden. Häufig sind bauliche Mängel das Problem. So werden seit Jahren bei Metzgereien und Bäckereien defekte Wände, Böden, Abdeckungen und Fugen festgestellt. «Wegen Löchern und Rissen ist eine korrekte Reinigung vielfach nicht mehr möglich», heisst es im Jahresbericht.

Letztes Jahr wurden zudem im Kantonalen Laboratorium rund 11500 Lebensmittel- und Trinkwasserproben, Kosmetika und Gebrauchsgegenstände mikrobiologisch und chemisch untersucht. Davon waren rund 1400 Proben unhygienisch, verdorben oder sonst gesundheitsgefährdend. Beanstandungen setzte es auch ab, weil die Kennzeichnung nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprach. Auf Verfügungen erfolgten insgesamt 29 Einsprachen. Davon wurden 18 zurückgezogen.

Strafanzeigen mehr als verdoppelt

Die im Berichtsjahr vom Laboratorium einreichten 154 Strafanzeigen entsprechen mehr als einer Verdoppelung (2008: 62). Der markante Anstieg hat zwei Gründe: Einerseits hat sich das Laboratorium im Vorjahr bei verschiedenen Verfügungen eine Anzeige vorbehalten. Konnte sich der Betrieb nicht verbessern, wurde er nun verzeigt. Andererseits erfolgten vermehrt Anzeigen, weil die Betriebe amtliche Verfügungen wie ein Vorkochverbot oder bauliche Sanierungsmassnahmen missachteten.

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