Unglück

Offenbar keine Überlebenden nach Flugzeugabsturz vor Libanon

Wrackteile am Strand unweit des Flughafens in Beirut

Wrackteile am Strand unweit des Flughafens in Beirut

Beim Absturz eines äthiopischen Verkehrsflugzeugs vor der libanesischen Küste sind offenbar alle 90 Insassen ums Leben gekommen. Die Boeing 737-800 war bei einem Gewitter wenige Minuten nach dem Start vom Radar verschwunden.

Überlebende gab es den libanesischen Behörden zufolge nicht. Das Wetter sei "im Prinzip" die Ursache für den Absturz, sagte der libanesische Verteidigungsminister Elias al-Murr. Hinweise auf einen Terroranschlag gebe es nicht.

Die Boeing 737-800 der staatlichen Fluggesellschaft Ethiopian Airlines war um 2.35 Uhr Ortszeit vom internationalen Flughafen Beirut gestartet, 25 Minuten später als planmässig. Schon kurz danach ging der Funkkontakt mit der Maschine verloren.

Dreieinhalb Kilometer westlich des Küstenortes Na'ameh stürzte die Maschine ins aufgewühlte Meer. Nach Angaben der libanesischen Armee war das Flugzeug bereits in der Luft auseinandergebrochen. Anwohner hatten einen Feuerball in der Luft gesehen und einen "Blitz, der das gesamte Meer erleuchtete".

54 Insassen kamen aus dem Libanon, 22 aus Äthiopien. Weitere Opfer stammen aus Grossbritannien, Kanada, Russland, Syrien, dem Irak und Frankreich. Unter den Vermissten ist auch Marla Sanchez Pietton, die Gattin des französischen Botschafters in Beirut.

Die deutsche Marine koordinierte den Sucheinsatz vor der libanesischen Küste. Neben der libanesischen Marine waren auch britische Soldaten, ein französisches Flugzeug sowie Helikopter der Italiener und USA im Einsatz. Zerstörte Flugzeugsitze und Wäsche wurden an die Küste gespült.

Erschwert wurde der Sucheinsatz durch das schlechte Wetter. Das Wrack soll nach Aussagen von Rettern auf dem Meeresgrund in 500 Metern Tiefe liegen.

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