Obama wolle in den kommenden 48 Stunden das Gebiet besuchen und die bislang angeordneten Massnahmen der Regierung überprüfen, sagte ein Vertreter des Weissen Hauses. Zuvor hatte Obama Innenminister Ken Salazar mit der Anfertigung eines Berichtes zur "vollständigen Aufklärung" des Desasters beauftragt.

Salazar forderte den britischen Ölkonzern BP auf, seine Anstrengungen zur Eindämmung der Ölpest zu verstärken. "Wir können und wir werden nicht ruhen, bis BP das Bohrloch verschlossen und jeden Tropfen Öl beseitigt hat", sagte Salazar.

Nach den US-Staaten Louisiana und Florida riefen auch die Bundesstaaten Alabama und Mississippi den Notstand aus. "Dieses Öl-Leck stellt eine ernsthafte Bedrohung für unsere Umwelt und Wirtschaft dar", sagte Alabamas Gouverneur Bob Riley.

An der Golfküste frischte der Südwind kräftig auf. Es wird befürchtet, dass dadurch ölverschmutztes Wasser über die ausgelegten Barrieren schwappt oder die Absperrungen gar weggedrückt werden können.

Umweltschützer befürchten ein schlimmeres Ausmass als das der "Exxon-Valdez"-Katastrophe. Die Havarie des gleichnamigen Tankers 1989 in Alaska gilt als bisher grösste Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA.

Das US-Verteidigungsministerium genehmigte den Einsatz der Nationalgarde in Louisiana, nachdem Louisianas Gouverneur Bobby Jindal die Entsendung von 6000 Reservisten angefordert hatte.

Auslöser der Ölpest war vor einer Woche der Untergang der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon". Seitdem tritt das Rohöl in 1500 Metern Meerestiefe aus mehreren Lecks aus. Der Ölfilm war am Freitag bis zu 72 Kilometer breit und bis zu 160 Kilometer lang. Nach Schätzungen der US-Behörde für Ozeanographie laufen täglich etwa 700 Tonnen aus.