Ölpest

Ölpest: Auch Operation «Top Kill» gescheitert

"Top Kill" ist ein Fehlschlag (Quelle: BP)

"Top Kill" ist ein Fehlschlag (Quelle: BP)

Fehlschlag im Kampf gegen die Ölpest: Der Ölkonzern BP ist mit dem Versuch gescheitert, die Ölquelle im Golf von Mexiko zu verschliessen. Die Operation «Top Kill», bei der Schlamm in das Bohrloch gepumpt wurde, konnte den Austritt von Öl und Gas ins Meer nicht stoppen.

Die Arbeiten wurden abgebrochen, wie BP-Manager Doug Suttles in Robert im US-Bundesstaat Louisiana sagte. «Wir wissen nicht genau, warum es nicht geklappt hat.» BP-Chef Tony Hayward sagte dem Fernsehsender CNN, die Technik habe fehlerfrei gearbeitet.

Damit fliessen weiter täglich zwischen 1600 und 3400 Tonnen Rohöl ins Meer. Schon jetzt ist es die grösste Ölpest in der US-Geschichte. Seit Beginn der Katastrophe gelangten gemäss Experten rund 40'000 Tonnen Öl ins Meer. Beim Unfall des Tankers «Exxon Valdez» 1989 vor Alaska waren es 35'000 Tonnen.

Mehr als 270 Kilometer Küste und 13 Hektar Marschland seien verseucht, sagte Mary Landry von der US-Küstenwache. Mehr als 470 Vögel, 220 Schildkröten und 25 Meeressäuger sind verendet.

Die Quelle wird sich nun wahrscheinlich frühestens im August verschliessen lassen. BP bohrt derzeit neue Zugänge rund vier Kilometer unter dem Meeresboden.

Das Unternehmen will nun eine andere Technik einsetzen, die das Öl zumindest auffangen soll. Dabei wird das Steigrohr zur Quelle abgesägt. Auf die Öffnung wird ein Auffangbehälter gestülpt, der das Öl und Gas sammeln soll.

Von dort soll es durch eine Leitung zu einem Schiff geleitet werden. Ob dies gelinge, könne man erst in vier bis sieben Tage sagen, erklärte Suttles. Unklar sei auch, wie viel Öl so aufgefangen werde. Eine ähnlicher Versuch war vor mehreren Wochen gescheitert; Eiskristalle hatten die Leitung verstopft.

US-Präsident Barack Obama hat enttäuscht auf den neuen Rückschlag im Kampf gegen die Ölpest reagiert. Er habe gehofft, dass der Versuch, die Ölquelle am Meeresboden zu verschliessen, erfolgreich ist - «nun ist klar, dass es nicht funktioniert hat», sagte Obama.

Er nannte es «herzzerreissend» und «entzürnend», dass nun weiter Öl aus dem zerrissenen Rohr in 1500 Metern Tiefe in den Golf von Mexiko fliesst. Er habe deshalb angewiesen, dass BP nun den Alternativplan starte, das Öl in einem Behälter über der Quelle aufzufangen, sagte Obama.

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