Ökogebäude

Ökobau stärkt Rücken

Axpo-Neubau: Das bunte Gebäude braucht bis zu 50 Prozent weniger Energie als ein konventioneller Bau. (Walter Schwager)

Axpo-Neubau

Axpo-Neubau: Das bunte Gebäude braucht bis zu 50 Prozent weniger Energie als ein konventioneller Bau. (Walter Schwager)

Recyclingbeton, Wärmepumpe: Das neue Axpo-Gebäude in Baden macht Schule in Sachen Umweltschutz. Die Mitarbeiter freuen sich vor allem über die Bürotische. Recyclingbeton, Wärmepumpe: Das neue Axpo-Gebäude in Baden macht Schule in Sachen Umweltschutz. Die Mitarbeiter freuen sich vor allem über die Bürotische.

Maja Sommerhalder

«Ich arbeite gerne hier; das Klima ist angenehm, nicht zu heiss und nicht zu kalt», sagt Martin Gmür (35). Allerdings sei es im Grossraumbüro teilweise etwas lärmig: «Wir sassen früher in Zweierbüros.» Der Umweltingenieur ist einer von 150 Mitarbeitern, die im August das neuste Bürohaus der Axpo an der Badener Verenastrasse bezogen haben.

Im Würfelbau mit der bunten Glasfassade sind neben Arbeitsplätzen ein Personalrestaurant, ein Sitzungszimmer und viele Kaffeeecken mit Stehtischen untergebracht. Geschlossene Räume gibt es kaum. Viel Licht dringt von der Seite und von oben in das viergeschossige Haus, das mit einem zweigeschossigen Verbindungsbau zum Axpo-Hauptgebäude führt. «Wir brauchten mehr Platz für die Mitarbeiter und wollten den Axpo-Standort Baden stärken», sagt CEO Manfred Thumann.

«Keine Rückenschmerzen mehr»

Doch dies ist nicht alles: Das Unternehmen hat das erste nachhaltig gebaute Bürohaus des Kantons Aargau erstellt. «Das passt doch gut zu einem Energieunternehmen. Wir produzieren nicht nur Energie, sondern sparen sie auch», meint Mitarbeiter Gmür. Doch schädigt es nicht das Geschäft, wenn ein Stromkonzern Energie sparen will? «Wir sparen vor allem fossile Brennstoffe. Strom trägt hingegen zur Energieeffizienz bei», sagt Axpo-Mediensprecher Erwin Schärer.

Tatsächlich wird im neuen Bürohaus im Vergleich zu einem konvetionellen Gebäude bis zu 50 Prozent Energie gespart - dies liegt nicht nur an der hohen Wärmedämmung. Geheizt und gekühlt wird mit einer Grundwasserwärmepumpe und einer Lüftungsanlage. Zu 20 Prozent wird das Haus mit erneuerbarer Energie gewärmt. «Der Minergiestandard wird bei weitem übertroffen», sagt CEO Thumann.

Es ist das erste Bürogebäude im Kanton Aargau mit dem Minergie-Standard Eco. Dies, weil schon während des Baus die Umwelt geschont wurde, wie Thumann erklärt: «Es wurden zum grossen Teil wiederverwertbare Baustoffe eingesetzt, wie Recyclingbeton.» Auch der Aargauer Regierungsrat Peter C. Beyeler ist stolz auf das umweltfreundliche Gebäude: «Ich hoffe, dass in Zukunft auch andere Aargauer Firmen auf diese Weise bauen.» Mitarbeiter Gmür freut sich vor allem über die neuen, verstellbaren Bürotische: «Man kann daran sitzend oder stehend arbeiten. Jetzt habe ich keine Rückenschmerzen mehr.»

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