An der Veranstaltung traten neben dem Obergösger Gemeindepräsidenten Daniel Huber (FdP) auch die Nationalrätinnen Bea Heim (SP) und Brigit Wyss (Grüne) sowie Schriftsteller Alex Capus und Poetry-Slam-Künstler Kilian Ziegler auf.

Neben atomkritischen Voten dominierte vor allem die Grundaussage: «Genug ist genug.» Das solothurnische Niederamt habe bereits genug Lasten, gerade auch im atomaren Bereich, zu tragen. Die Region sei weder geologisch optimal geeignet noch spreche die sehr hohe Bevölkerungsdichte zwischen Olten und Aarau für die Nagra-Pläne.

Wir müssen aufstehen»

Urs Huber, Präsident des überparteilichen Vereins «Niederamt ohne Endlager» (NOE), beschwor den Kampfwillen: «Wir müssen als ganze Region aufstehen.» In den nächsten zweieinhalb Jahren würden die Weichen für den Standortentscheid gefällt, und bereits jetzt sei klar: «Den Abfall kriegt jener Landesteil, der sich am wenigsten stark dagegen wehrt.»

«Eine schiefe Argumentation»

Dass sich auch die Behördenvertreter der Region einhellig gegen diese «weitere Belastung» zur Wehr setzen, unterstrich Huber, Gemeindepräsident von Obergösgen. In die gleiche Bresche schlug Nationalrätin Heim: «Das Niederamt ist nicht die Abfallhalde der Nation.»

«Böse auf die Stromwirtschaft» zeigte sich Capus. Deren «schiefe Argumentation» gehe nicht auf. «Wir waren vor dreissig Jahren gegen die Atomenergie und wurden deshalb hier in Gösgen von der Polizei mit Tränengas und Gummischrot zusammengeschossen. Nun verlangt man von uns, auch B zu sagen und ein Endlager zu akzeptieren. - Obwohl wir gar nie A gesagt haben.»

Ein Endlager werde kommen, erklärte Nationalrätin Wyss, und «ein Mahnmal für eine Generation sein, die unfähig war, ihre Energieprobleme ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu lösen.» (mz/mgt/otr/ufl)