Auf den Prunk- und Persiflage-Wagen in Köln, Düsseldorf und Mainz bekam die schwarzgelbe Regierungskoalition ihr Fett weg. So übernahm Kanzlerin Angela Merkel in Köln am "Einschuldungstag" die Unterweisung der Erstklässler im Schuldenmachen. In Mainz spielten Merkel und ihr Vizekanzler Guido Westerwelle Lotto, um mit dem erhofften Gewinn die Steuern zu senken.

Die Düsseldorfer Jecken präsentierten fast schon traditionell eine nackte Kanzlerin: Unter dem Motto "Der Sündenfall" reckte sich eine rosige Angela Merkel im Eva-Kostüm einer Steuerflucht-CD entgegen, die ihr von einer Schlange angeboten wurde.

Da der Düsseldorfer Zug mit 69 Wagen unter dem Motto "Jeck we can" stand, durfte auch US-Präsident Barack Obama nicht fehlen. Die Jecken präsentierten ihn als abgestürzten Erlöser, der seinen Heiligenschein verloren hat.

Nur Spott hatten die Karnevalisten in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt für die SPD übrig: Der neue Parteivorsitzende Sigmar Gabriel ritt auf dem Gerippe eines Parteipferdes und kam nicht von der Stelle. In Mainz wurde Gabriel als "zartes Pflänzchen" eingetopft, seine vielen Vorgänger waren alle rasch verwelkt.

In Köln badete Silvio Berlusconi unter der Überschrift "Berlusconis G20-Gipfel" in einem Meer aus weiblichen Brüsten. Weitaus provokanter die Düsseldorfer: Sie zeigten den italienischen Ministerpräsidenten beim Sex mit einem Mafioso.

Als erstes startete um 10.30 Uhr der Kölner Rosenmontagszug: Mit über 11'000 Teilnehmern und 100 Fest- und Persiflage-Wagen war er wieder der grösste Karnevalszug Deutschlands. Dieses Jahr war sein Weg mit sieben Kilometern sogar noch etwas länger, weil er einen Umweg um das eingestürzte Stadtarchiv machte. Das Motto des Zuges lautete "In Kölle jebützt" (In Köln geküsst).

In Mainz lautet das Motto diesmal: "Bei uns in Meenz gilt die Devise, die Fassenacht kennt keine Krise".