Korea

Obama warnt China: Bei Nordkorea nicht wegschauen

US-Präsident Barack Obama und der japanische Ministerpräsident Naoto Kan

US-Präsident Barack Obama und der japanische Ministerpräsident Naoto Kan

US-Präsident Barack Obama hat China wegen seiner Rücksicht gegenüber Nordkorea deutlich kritisiert. Peking solle die nordkoreanische Verantwortung für die Versenkung eines südkoreanischen Schiffes anerkennen, forderte Obama zum Abschluss des G20-Gipfels in Toronto.

China dürfe nicht die Augen verschliessen. Zwar äusserte Obama Verständnis, dass Peking gegenüber dem Nachbarn Nordkorea Zurückhaltung übt, fügte aber hinzu: "Es gibt einen Unterschied zwischen Zurückhaltung und bewusstem Wegschauen." Dies habe er Chinas Präsidenten Hu Jintao bei einem Treffen in Toronto "unverblümt" deutlich gemacht.

Hu Jintao müsse einsehen, dass Nordkorea "zu weit gegangen" sei. Das Verhalten Pjöngjangs sei eine Provokation, die die Weltgemeinschaft nicht dulden dürfe.

Eine internationale Untersuchungskommission war zu dem Ergebnis gekommen, dass das Schiff im März durch ein nordkoreanisches Torpedo versenkt worden war. 46 Seeleute waren ums Leben gekommen.

Südkorea hat den UNO-Sicherheitsrat eingeschaltet, um eine Verurteilung Nordkoreas zu erreichen. Japans Ministerpräsident Naoto Kan begrüsste, dass sich Russland der Kritik der sieben grossen Industrienationen an Nordkorea auf ihrem gemeinsamen G8-Gipfel angeschlossen habe.

Kan zeigte sich zuversichtlich, dass die "sehr bedeutende" G8-Erklärung die bisher stockenden Diskussionen im Weltsicherheitsrat über den Torpedo-Angriff voranbringen werde. Mit der Einigkeit zwischen Russland und den anderen G8-Staaten dürfte China dort jetzt isoliert sein.

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