Utzenstorf

Nun rollt der Schwerverkehr durch die Quartiere

Es ist eng: Das Zentrum von Utzenstorf kann zurzeit nur im Kreisverkehr befahren werden. (Bild: Andrea Flückiger)

Bauarbeiten in Utzenstorf

Es ist eng: Das Zentrum von Utzenstorf kann zurzeit nur im Kreisverkehr befahren werden. (Bild: Andrea Flückiger)

Während sechs Monaten werden Teile der Utzenstorfer Kanalisations- und Abwasserleitungen saniert. Der Mehrverkehr ist vor allem für Schulkinder problematisch.

Julian Perrenoud

Das Zentrum von Utzenstorf ist zurzeit nur im Kreisverkehr befahrbar. Da seit Ende April entlang der Unterdorf- und Hauptstrasse Leitungen saniert werden, ist die Spur Richtung Wiler gesperrt. Autos und Lastwagen müssen das Zentrum via Sonnmattstrasse umfahren. Dort aber verläuft gleichzeitig ein Schulweg. Wegen der Bauarbeiten ist der Fussgängerstreifen an der Kreuzung Unterdorfstrasse verschwunden.

«Können Verbot nicht aufheben»

Haben die Kinder eine Alternative, den Schwerverkehr zu umgehen? Ja. Seit Jahren besteht nämlich ein inoffizieller Veloweg. Dieser führt via Scheuermattweg über ein schmales Strässchen hinter dem Coop hindurch zu den Schulhäusern. Überqueren müssen die Kinder so lediglich Post- und Gotthelfstrasse.

Nur: Auf dem Hintersträsschen steht ein Fahrverbot - auch für Velos. Schulleiter Olivier Moser kennt das Problem. «Dabei wäre der Weg perfekt.» Wäre. Denn vor einigen Jahren sollen Anwohner gegenüber den Schülern handgreiflich geworden sein. Sie wollten das Fahrverbot mit allen Mitteln durchsetzen.

Der Schulleiter schaltete die Gemeinde ein. Diese befürwortete den Wunsch, für das Veloproblem eine schnelle Lösung zu finden. Doch bis heute ist eine solche nicht in Sicht. «Momentan können wir das Verbot nicht aufheben», sagt Markus Sohm, Leiter Abteilung Bau. Dies, weil sich ein Anwohner vehement dagegen wehre.

Als Grundeigentümer ist er dazu berechtigt. Da die Strecke für Schüler aber eine wichtige Verbindung sei, soll in nützlicher Frist der Fuss- und Radweg ausgebaut werden. Laut Sohm ist dies von heute auf morgen aber unrealistisch.

Die Bauetappe (siehe Kasten) bringt ein weiteres Problem mit sich: In den stark befahrenen Quartieren lassen Autofahrer regelmässig den Tacho ausser Acht. Selbiges gelte für die Gotthelfstrasse, sagt Schulleiter Moser. Seit kurzem steht deshalb an der Sonnmattstrasse ein Geschwindigkeitsmesser.

Jetzt rollt der Verkehr

An der Koppigenstrasse haben Anwohner ein Stofftransparent mit der Aufschrift «Hie wär de 50i» aufgehängt. Sohm bestätigte, dass der Gemeinderat nun über vermehrte Polizeipräsenz diskutiere. «Es ist erstaunlich, wie viele Autofahrer die Signalisation nicht beachten.»

Insgesamt funktioniert die Umfahrung - der Verkehr rollt, steht nicht wie zu Beginn. Die Sanierungsarbeiten sollen im Herbst abgeschlossen sein. Bis dahin rät die Gemeinde, das Zentrum weiträumig zu umfahren. Entspannen wird sich der Verkehr bis dahin kaum - sei es auf der Umfahrungsstrasse oder dem inoffiziellen Velosträsschen der Schüler.

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