Nun behandeln Hausärzte

Ab sofort können im Kanton Bern Hausärztinnen und Hausärzte die Schweinegrippe behandeln. Labortests werden nicht mehr zentral vorgenommen.

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Bis Ende Juli wurden im Kanton Bern Patienten bei Verdacht auf Schweinegrippe ans Inselspital überwiesen. Dort wurden gegebenenfalls Laboruntersuchungen und Behandlungen angeordnet. Gemäss einem Schreiben vom 31. Juli, das auch im Internet verfügbar ist, hat der Kanton nun die Strategie geändert.

«Aufgrund der steigenden Fallzahlen» wird jetzt «nicht mehr an der zentralen Beprobung von Verdachtsfällen» festgehalten. Der behandelnde Arzt entscheidet, ob die Kriterien einer Influenza A(H1N1) erfüllt werden und ob eine Laboruntersuchung notwendig ist. Auch ist der Arzt für die Meldung an das Kantonsarztamt zuständig.

Der Kanton Bern reagiert damit auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das Mitte Juli seine Strategie den neuen Erkenntnissen zur Schweinegrippe angepasst hatte. Lokale Ausbrüche statt Neuansteckungen zu verhindern sowie Personen mit erhöhtem Risiko zu schützen - so lauten Ziele des BAG.

Meistens harmlose Fälle

Nicht nur die zu erwartenden steigenden Fallzahlen sind der Grund für diese Änderung, so der stellvertretende Kantonsarzt Thomas Schochat. «Es hat sich gezeigt, dass die neue Influenza A ebenso gut von Hausärzten behandelt werden kann.» Die allermeisten Fälle seien harmlos, die zuerst vermutete hohe Sterblichkeit unter Infizierten habe sich nicht bestätigt.

Das Kantonsarztamt empfiehlt den praktizierenden Ärzten, ihre Praxen auf eine Pandemie vorzubereiten. So sollen «womöglich» Grippepatienten zeitlich und eventuell räumlich getrennt von anderen Patienten behandelt werden. Die Ärzte müssten sich zudem informieren, welche Labore in der Lage seien, die «aufwändigen Tests» vorzunehmen, sagt Schochat. Dies sei nicht überall der Fall.

«Wichtig nebst den Meldungen einzelner Verdachtsfälle», schreibt das Kantonsarztamt weiter, «ist die Meldung von Ausbrüchen.» Von einem Ausbruch wird gesprochen, wenn drei oder mehr Personen grippale Symptome aufweisen und die Fälle räumlich und/oder zeitlich zusammenfallen. (joh)