Nun also Telli, Aarau

Die tägliche Portion Meiereien aus der Aargauer Zeitung.

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ALS ER IM NEUEN Grossraumbüro seinen Arbeitsplatz gefunden und den bereitliegenden Desinfektionsspray (betriebsinterne Schutzmassnahme gegen die Schweinegrippe) ausprobiert hatte, räumte er die grünen Zügelkisten aus und richtete sich ein. Er staunte, wie schnell das geschehen war, bis er realisierte, dass er in der Zukunft angekommen war: Archiv und Wörterbücher gibt es jetzt elektronisch, der Platzbedarf sinkt auf ein Minimum. Und wie gross dieses Minimum ist, bestimmt das real existierende Angebot an durchwegs einheitlichen Korpussen.

SEIN ERSTES Redaktionsbüro befand sich in der alten Bruggisserfabrik in Wohlen. Ein grosser Raum auf der Rückseite des Gebäudes. Wenn der Lokalredaktor jeweils spätabends aus dem Einwohnerrat kommend in die Redaktion stürmte, sass regelmässig eine fette Ratte auf der Treppe, so als ob sie ihn erwartet hätte, um zu erfahren, was denn die Weisen im Rat diesmal für kluge Entscheidungen getroffen hatten.

Dann zügelte die Lokalredaktion und er mit ihr: Von der Fabrik in die Bank, von der Bank ins eigene Haus, wo die Sitzungen in der gemütlichen Küche stattfanden und das Mobiliar aus der Ikea stammte, von der Redaktion in Nachtarbeit unter Leitung von Kollege to zusammengebaut. Es folgte der Umzug ins Wohler «Schloss Versailles »; dann kam der Ruf nach Baden ins Hochhaus. Auch hier blieb er nie lange sitzen: fünf Büros in vier Stockwerken war die Ausbeute; und eine zunehmende Verbundenheit mit Baden und den Badenern.

NUN ALSO Telli, Aarau. Ein grosser Raum, 136 Arbeitsplätze. Zeitung, Radio, Fernsehen, Online. Alle zusammen eine grosse Familie. Eine multimediale.