Von Afrikanern für Afrikaner gemacht und völlig selbsttragend: In Nigeria werden jährlich nicht weniger als 2000 Filme produziert und auf den Markt gebracht. Gezeigt werden die Videofilme aber nicht in Kinosälen. Sie werden vielmehr als DVD verkauft und in privatem Rahmen vorgeführt.

Mit einem Augenzwinkern auf Hollywood und die mächtige indische Filmindustrie "Bollywood" anspielend, weckt "Nollywood" die Neugier. Entsprechend überfüllt war in Freiburg der Saal, in dem drei der wichtigsten Vertreter des nigerianischen Films und die deutsche Regisseurin Dorothee Wenner das Phänomen Nollywood diskutierten.

Nach der Erdölindustrie ist die Filmbranche mit einem Jahresumsatz von 250 Millionen Dollar und 300 000 Beschäftigten der zweitwichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Die Dynamik und der Erfolg des Filmgeschäfts haben das Selbstbewusstsein der Nigerianer im Innern und nach Aussen wachsen lassen.

Nigerianische Filme werden nicht nur in anderen afrikanischen Ländern gezeigt. Dank der afrikanischen Diaspora finden sie auch in Europa ihre Verbreitung. Die Filme hätten zu einem realistischeren Bild Afrikas - aber auch Europas - beigetragen, sagte Isaac Izoya, eine Schlüsselfigur des nigerianischen Filmverleihs in Europa.

Am Freiburger Filmfestival werden fünf nigerianische Spielfilme neueren Datums sowie der Dokumentarfilm von Dorothee Wenner gezeigt. Vorgeführt werden sie in einer Art Salon vor dem Alten Bahnhof, der an das für Nigeria typische Filmvorführ-Ambiente erinnert.