Noch schwimmt es sich ganz gut

Nicht nur die Zukunft des Lernschwimmbeckens im Schulhaus Hermesbühl ist ungewiss, auch beim Semi-Hallenbad zeichnen sich teure Änderungen ab: Denn nun, da der Vertrag erneuert werden muss, wird klar, dass dessen Nutzung die Stadt künftig um einiges mehr kosten wird.

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Solothurner Zeitung

Regula Bättig

Seit es das Semi-Hallenbad - oder wie es mittlerweile heisst, das Hallenbad der Pädagogischen Hochschule - gibt, kann die Stadt Solothurn dieses ausserhalb der Schulzeiten nutzen. Gratis ist dies natürlich nicht: In den letzten Jahren hat die Stadt dem Kanton dafür jährlich 83 000 Franken bezahlt, dies als Beitrag an die Betriebskosten. Doch damit hat es sich noch nicht. Für die Zeit, da das Bad öffentlich zugänglich ist, stellt die Stadt Aufsicht und Kassenpersonal: Alles in allem kostete es in den letzten Jahren rund 135 000 Franken, um die Lücke zwischen Schliessung und Öffnung der Badi zu schliessen. Kosten, die mit den Einnahmen aus Eintritten nicht gedeckt sind - denn daraus resultieren lediglich rund 68 000 Franken.

Zudem dürften die Kosten künftig noch höher ausfallen. Denn nun, nach über 30 Jahren, läuft der Vertrag aus. Fürs Erste - bis im Frühling 2010 - gilt eine Übergangslösung, mit einem etwas höheren Mietpreis. «Die Konditionen für die spätere Benützung sind noch nicht verhandelt, die Saison 2010/2011 nicht gesichert», heisst es im Budget 2010 der Stadt. Bei den Verhandlungen zwischen Stadt, dem Kanton als Besitzer der Liegenschaft und der Fachhochschule Nordwestschweiz als Hauptmieterin gehts in erster Linie um die Kostenteilung.

Es wird «deutlich teurer»

Laut Stadtschreiber Hansjörg Boll dürfte das Ganze für die Stadt «deutlich teurer» werden. Man rechne mit mehr als dem doppelten Betrag. Von Seiten des Kantons sei zudem signalisiert worden, dass «ein Hallenbad an diesem Ort nicht zwingend nötig sei». Boll betont aber, «dass jetzt noch nichts entschieden ist».

Für die Vereine wäre der Wegfall des Hallenbads jedoch eine Katastrophe: Letztes Jahr haben diese - allen voran Schwimmclub, Triathleten und Lebensrettungsgesellschaft - während rund 1800 Stunden im «Semi»-Becken trainiert. Und an Alternativen mangelt es, an einigermassen nah gelegenen sowieso - abgesehen vom Sportzentrum in Zuchwil, das allerdings so gut wie ausgebucht ist. Eine einzige Lücke gebe es im derzeitigen Belegungsplan, sagt Sportzentrums-Direktor Reto Lohrer. Dies aber auch nur, weil der Schwimmclub Solothurn eine Trainingseinheit weniger belegt als bisher.

«Vereine nicht abstrafen»

Die Schliessungs-Drohung scheint jedoch eher Säbelgerassel der taktischen Art zu sein: «Das Bad wird heute sicher anders genutzt als noch zu ‹Semi›-Zeiten», sagt Alfred Gut, Leiter der Pädagogischen Hochschule. «Aber wir brauchen es nach wie vor.» Über die Verteilung der Kosten müsse allerdings gesprochen werden: Es sei sicher nicht Aufgabe einer Fachhochschule, ein Hallenbad für Öffentlichkeit und Vereine zu finanzieren. «Die Stadt ist zwar Untermieterin, nutzt das Bad aber weitaus intensiver als wir.» Und mit Stadt meint Gut in erster Linie die Vereine. «Die wir auf keinen Fall abstrafen möchten.» Er selber glaube daher kaum, dass es tatsächlich zu einer Schliessung kommen könnte.

Auch Öffnungszeiten sind ein Thema

Es werde sicher nicht mehr den gleichen Vertrag geben, sagt Bernhard Mäusli, stellvertretender Kantonsbaumeister. Denn Wasser, Strom, Heizung und Reinigung des Bads kosten den Kanton als Eigentümer laut Mäusli pro Jahr 130 000 bis 140 000 Franken. Das ist zwar etwas weniger als in früheren Jahren, seit die Südfassade des Gebäudes samt Fenster saniert und eine Pelletheizung eingebaut wurde. Mit dem Anteil, der die Stadt trägt, ist man dennoch nicht mehr zufrieden, weil diese das Bad einfach am stärksten nutzt. Wie Alfred Gut findet daher auch Mäusli, dass der Verteiler gerechter ausgestaltet werden muss: «Wir versuchen jedoch, einen Lösung zu finden, die für alle Beteiligten vertretbar ist.» Um die Kosten in den Griff zu bekommen, könnte auch eine Anpassung der Öffnungszeiten zum Thema werden, sagt Mäusli. Aber eine Schliessung? Nein. «Das kann ich mir fast nicht vorstellen.»