«Noch nie habe ich so eine lange Krise erlebt»

Die jüngsten Investitionen für drei Meter breites Gewebe haben sich bewährt, so Ronald Weisbrod. (Bild Thomas Stöckli)

Weisbrod

Die jüngsten Investitionen für drei Meter breites Gewebe haben sich bewährt, so Ronald Weisbrod. (Bild Thomas Stöckli)

Im Inventar «Industriekultur im Kanton Zürich» sticht Weisbrod als einziges Ämtler Textilunternehmen hervor, das bis heute überlebt hat. In der Wirtschaftskrise ist einmal mehr Durchhaltekraft gefragt.

Von Thomas Stöckli

Während die Ämtler Textilunternehmen nach dem Boom in den Nachkriegsjahren eines um das andere schliessen mussten, hat sich die Weisbrod AG bis in die Gegenwart behauptet. «Weil die Aktionäre primär am Betrieb und nicht am Gewinn orientiert waren», begründet Ronald Weisbrod, langjähriger CEO und jetzt Verwaltungsratspräsident des Hausemer Unternehmens.

Seit einem Jahr ist das Geschäft mit den edlen Stoffen deutlich eingebrochen. Bis die Konsumenten sich wieder teurere Stoffe leisten, braucht es Geduld und Zuversicht. «Unsere Reserven und Liegenschaften erlauben es uns, auszuharren», so Weisbrod. Eine wichtige Entlastung bringt die Kurzarbeit.

Hoffnung auf neue Produkte

«Noch nie habe ich so eine lange Krise erlebt», so der langjährige Patron, der die Geschäftsführung mittlerweile an die nächste Generation übergeben hat. Als export-orientiertes Unternehmen ist die Weisbrod AG von der Wirtschaftskrise besonders betroffen. Überall werden Import-Hemmnisse errichtet, der Weltmarkt verliert so an Übersichtlichkeit und Fairness. Gefahr droht auch auf Seite der exklusiven Zuliefer-Betriebe: Wenn eine Färberei oder ein Garn-Lieferant schliessen muss, droht im ausgedünnten Markt Know-how-Verlust.

Auf dem Weg aus der Krise setzt man in Hausen nun auf totale Innovation. Eine bedeutende Rolle kommt dabei unter anderem einem der KTI-Projekte des Bundes zu, die Wissens- und Technologietransfer zwischen Unternehmen und Hochschulen zum Ziel haben. «Wir hoffen auf neue Produkte», so Ronald Weisbrod. Bereits bewährt haben sich die hohen Investitionen in das neue Produkt drei Meter breite Gewebe. «Das läuft momentan am besten», so Ronald Weisbrod.

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