Roman Huber

Es wird zumindest vorläufig kein neues Verweilparadies in Baden geben, wie es die Stadt Zürich mit ihrer «Riviera» oder (neudeutsch) ihrem «Beach» hat. Ein Vorprojekt sähe zwei Treppenabgänge zur bestehenden Auflandungszunge an der Limmat vor.

Dort sind auf einer Länge von 50 Metern 9 Sitz- und Liegestufen geplant, an deren Ende ein zweiter Ab- bzw. Aufgang wäre. Die Gesamtkosten wurden auf rund 460 000 Franken geschätzt.

Mit seinem Postulat hatte sich der ehemalige SVP-Einwohnerrat Jan Widmer vor vier Jahren für die Aufwertung des Limmatufers starkgemacht. Der Vorstoss wurde damals im Einwohnerrat überwiesen. Dank Lift und neuem Limmatübergang ist die Promeande von der Innenstadt her rasch erreichbar.

Laut Stadtammann Stephan Attiger ist es nicht richtig, im jetzigen Zeitpunkt mit einem solchen Projekt vorzuprellen. Man wolle die Entwicklung im Bäderquartier abwarten. Zudem steht die Neukonzessionierung des Kraftwerks Aue an. Auch diese könnte weitere Rückschlüsse für ein solches Projekt ergeben.

Nur «technisch» abschreiben

«Ich finde die Idee nach wie vor gut», erklärt Attiger. Allerdings müsse man ein solches Projekt im Zusammenhang mit dem gesamten Limmatuferbereich betrachten. Das Anliegen sei geprüft worden und könne darum als Postulat von der Liste unerledigter Vorstösse abgeschrieben werden.

«Damit ist es aber nicht etwa gestorben», hält Attiger an. Weil bereits ein Vorprojekt existiere, könne man dem Einwohnerrat relativ rasch eine Bau- und Kreditvorlage unterbreiten, erklärt Attiger. Dies hängt allerdings von der finanziellen Gesamtsituation und von den Bedürfnissen bzw. weiteren Investitionen der Stadt ab.

Bereits vor vier Jahren stiess die Idee, die Limmatpromenade im Bereich Tränenbrünneli als Aufenthalts- und Erholungsraum aufzuwerten, auf grosse Zustimmung. Im Jahre 2007 hatte dann der Einwohnerrat ein Konzept zur ökologischen Aufwertung des Limmatraums samt Verpflichtungskredit beschlossen.

Nebst diesen Massnahmen zugunsten der Natur solle der Mensch nicht zu kurz kommen, lautete damals die deutliche Meinung im Einwohnerrat. Dies aber nicht im Sinne einer Partymeile an der Promenade, vielmehr mit gezielten Projekten und Massnahmen. Das vor geraumer Zeit geplante Projekt einer Limmatbeiz beim Tränebrünneli fiel dann wohl solchen Befürchtungen zum Opfer.