Noch ist offen, wie viel es kostet

Noch dieses Jahr werden die rund 2500 Parkplätze der drei Einkaufszentren Shoppyland, Obi und Coop Megastore in «Schönbühl» gebührenpflichtig. Wie viel die Kunden pro Stunde und Platz bezahlen müssen, ist jedoch noch offen.

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In Biel verlangen die Einkaufszentren bereits seit 2007 Parkplatzgebüren.

In Biel verlangen die Einkaufszentren bereits seit 2007 Parkplatzgebüren.

Solothurner Zeitung

Bruno Utz

Seit vielen Jahren liegen sich die Grossverteiler und die Befürworter von Parkgebühren im Raum Schönbühl in den Haaren. Als die Besitzerin des damaligen Einkaufszentrums Carrefour in Urtenen-Schönbühl ausbauen wollte, hatten der VCS sowie Anwohner mit einer Beschwerde Erfolg: Die Justiz, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons verpflichtete Carrefour, die Parkplätze «ab der ersten Minute zu bewirtschaften, sobald das benachbarte Shoppyland eine entsprechende Gebühr einführt». Das war im Juni 2005. Seither hat vieles geändert: Carrefour wurde von Coop geschluckt und heisst jetzt «Megastore». Die in der Schweiz Migros-nahe Obi eröffnete gegenüber dem Shoppyland einen Heimwerkermarkt, und Migros wird dieses Jahr den rund 160 Millionen Franken teuren Shoppyland-Um- und Ausbau abschliessen.

Kein exaktes Datum

Damit naht für die Kundinnen und Kunden das Ende der gebührenfreien Benutzung der insgesamt rund 2500 Parkplätze, denn auch Migros lebt mit einer Auflage: «Die Einführung der Gebührenpflicht ist bei uns an die Fertigstellung des Shoppyland gekoppelt», sagt Thomas Bornhauser. Der Mediensprecher der Migros Aare konnte gestern allerdings kein Datum sagen. «Aber sie ist noch im Jahr 2010 vorgesehen.» Ebenfalls unverbindlich zur Parkplatzbewirtschaftung äussert sich Walter Bieri, bei Coop Leiter Total Store: «Sobald Migros startet.» Allerdings sei die Anzahl Fahrten zum «Megastore» in den letzten Jahren stark zurückgegangen: «Wir machen auch weniger Umsatz. Der Laden ist noch nicht modernisiert.» Laut Bieri ist jedoch ein Umbau im nächsten Jahr geplant.

Bieri erachtet die Parkplatzbewirtschaftung als wenig sinnvoll. «Wir sind nicht grundsätzlich dagegen, es wäre aber allen mehr geholfen, wenn sie vernünftig umgesetzt würde.» Vernünftig wäre laut Bieri beispielsweise, die erste Stunde gratis anzubieten.

Gebührenmodell noch offen

Obwohl die Umsetzung der Parkplatzbewirtschaftung grundsätzlich Sache der Gemeinden ist – das Shoppyland liegt auf Boden der Gemeinde Moosseedorf und nicht Schönbühl–, ist für Bieri und Bornhauser klar, dass bei allen drei Einkaufszentren dieselben Tarife gelten müssen. «Das Gebührenmodell ist aber noch nicht ausgearbeitet», lässt Bornhauser auch diesbezüglich die Katze nicht aus dem Sack.

Der Umwelt bringe die Gebührenpflicht aber nichts, schiebt er nach, und verweist auf eine entsprechende Studie aus der Region Biel (vergleiche Artikel rechts). Nachdem 2007 Migros im Centre Brügg eine Parkgebühr eingeführt hatte, seien die Kunden mit Flugblättern aufgefordert worden, sich das nicht bieten zu lassen: «Kauft in Frankreich ein, dort ist es ohnehin billiger», sei zudem auf den Flyern gestanden. Bestünde die Gebührenpflicht flächendeckend im ganzen Kanton, würden viele Kunden statt in Schönbühl in Freiburg oder Solothurn einkaufen, ist Bornhauser überzeugt. «Dort sind die Parkplätze weiterhin gratis.»

Trotzdem: Genau diese kantonale Gebührenpflicht streben die Grünen mit einer im Januar eingereichten Motion an. «Wer Auto fährt, soll bereit sein, die Verursacherkosten zu berappen», sagt Erstunterzeichnerin Elisabeth Bregulla (Thun). Das Portemonnaie sei ein ausgezeichnetes Mittel, das Umdenken zu fördern. Als weitere Ziele der Motion nennt Bregulla das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr zu fördern und eine einheitliche Regelung im ganzen Kanton. «Und die verschiedenen Regimes der Gemeinden müssen entwirrt werden.» Die Antwort des Regierungsrates steht noch aus.

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