Strom
Noch ist nichts abgeblasen

Ob auf der ersten Jurakette auf Selzacher Gebiet dereinst Windkraftanlagen stehen, ist ungewiss. Mit der Beschwerde des Lommiswiler Gemeinderats sind die Chancen gestiegen. Wenn auch nur minim.

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Solothurner Zeitung

Christof Ramser

Markus Schedler kämpft für sein Projekt. Im Gebiet Stallflue/Althüsli sollen dereinst vier Windkraftanlagen Strom erzeugen. Genug Strom, um den Bedarf der Einwohner von Lommiswil, Bellach, Selzach und Bettlach zu decken. Schedler kämpft für sein Projekt, obwohl der Kanton das Gebiet als Standort für Windkraftanlagen nach wie vor ablehnt. Hauptgrund:

Der Bund schliesst Windkraftanlagen in BLN-Gebieten (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung) aus - allerdings nicht zum Vornherein. «Der Kanton muss das also nicht hinnehmen», sagt Schedler, der mit seiner Firma Fenergie AG die Anlagen bauen möchte. Er beruft sich auf ein Bundesgerichtsurteil, nachdem Windkraftanlagen in Schutzgebieten durchaus möglich sind.

«Druck auf den Regierungsrat»

Auch im BLN-Gebiet im Vallée de Joux ist ein Windpark mit Unterstützung des Kantons Waadt geplant. Ueli Custer wollte wissen, was die Anlagen Lommiswil bringen. «Finanziell nichts, aber einen guten Ruf als Gemeinde, die sich für erneuerbare Energie ausspricht», sagt Schedler. Bei einer Mitinvestition zudem eine Rendite von 5 Prozent. «Und je mehr Gemeinden sich dafür aussprechen, desto mehr Druck entsteht auf den Regierungsrat». Die Abstimmung ergab mit drei Ja-Stimmen gegen drei Enthaltungen, dass Lommiswil Beschwerde gegen den Einwendungsbericht einreicht. Die Entscheide aus Selzach und Bellach stehen noch aus.

Im weiteren hat sich der Rat dafür entschieden, ein Flurreglement einzuführen. Damit soll eine Rechtsgrundlage geschaffen werden, um die Feldwege und Flurleitungen der Gemeinde zu kontrollieren und warten. Roland Näf von der Kommission für Infrastruktur und öffentliche Bauten plädierte dafür, das Reglement rasch einzuführen. Es soll nun der Budgetgemeindeversammlung im Dezember zur Genehmigung vorgelegt werden.

Nach einer längeren Diskussion entschied sich der Rat dafür, im ersten Stock des Schulhauses 2 die Teppiche wiederum durch Teppiche ersetzen zu lassen. «Die Lehrerschaft ist von davon gar nicht begeistert», sagte Klaus Pfeiffer. Die Finanzen liessen aber keine andere Möglichkeit zu.