Nobelpreis für Physik

Nobelpreis für Physik geht an drei Halbleiter-Forscher

Der Physiker Willard S. Boyle (Archiv)

Der Physiker Willard S. Boyle (Archiv)

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die drei Forscher Charles Kao (China/Grossbritannien), Willard Boyle (USA) und George Smith (USA). Dies teilte die Königlich-Schwedische Akademie am Dienstag in Stockholm mit.

Sie erhalten die Auszeichnung für die schnelle Datenübertragung durch Glasfasern sowie für den CCD-Chip, der heute in jeder Digitalkamera eingebaut ist.

Kao erhält eine Hälfte des Preises für seine Berechnungen, wie eine schnelle Datenübertragung in Glasfasernetzen möglich ist. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Boyle und Smith teilen sich die andere Hälfte für die Entwicklung lichtempfindlicher Halbleiter-Chips (CCD).

Beide Techniken prägten die moderne Medienwelt, begründete das Komitee seinen Entscheid.Die Glasfasertechnik ermögliche eine schnelle Übertragung grosser Datenmengen weltweit. CCD-Sensoren (Charge-Coupled Device) bilden das technische Herz von Digitalkameras. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit umgerechnet rund 1,5 Millionen Franken dotiert.

Charles Kao wurde 1933 in Schanghai geboren. Er forschte und arbeitete bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 am Standard Telecommunication Lab in Harlow (Grossbritannien) und an der Chinesischen Universität in Hongkong. Willard Boyle und George Smith arbeiteten beide an den Bell Laboratories in New Jersey (USA).

Alle drei Forscher sind bereits im Ruhestand. Sie schufen gemeinsam die Grundlagen der modernen Kommunikation rund um den Globus via Telefon oder Internet. Dass das Siegerfoto von Usain Bolt bei der Leichtathletik-WM binnen Sekunden aufgenommen und in alle Welt übertragen werden konnte, ist zum Beispiel nicht zuletzt ihr Verdienst.

Kao beschrieb 1966, wie Lichtsignale mit Hilfe von Glasfaserkabeln kilometerweit transportiert werden können. "Heute bilden optische Fasern das Gefässsystem, das unsere Informationsgesellschaft versorgt", erklärte das Nobelkomitee. Bilder, Texte, Telefonate, ganze CDs oder Anweisungen für eine Teleoperation reisen so durch feinste Leitungen.

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