Oskar Rünzi
Nicht nur Lehrer, auch Mensch

Zehn Klassen hat Oskar Rünzi seit 39 Jahren an der Sek in Buchs unterrichtet und die Buben und Mädchen mit grossem Engagement und Sachverstand auf das Leben vorbereitet. Kein Wunder, dass viele Ehemalige den Kontakt zu ihm immer noch pflegen und ihm dankbar sind für all das, was er ihnen schulisch und menschlich mitgegeben hat. Nun ist er offiziell in den Ruhestand getreten.

Drucken
Teilen
Oskar Rünzi

Oskar Rünzi

Zur Verfügung gestellt

Zu einer speziellen Abschiedsfeier, die vom Gemeinderat mittels Zeitungsinserat inszeniert wurde, waren rund 150 Personen gekommen, darunter Vertreter aus allen zehn Klassen des Scheidenden.

Oski Rünzi ist in Wohlen aufgewachsen. Sein Schuleintritt war überschattet vom Tode seines Vaters kurz vorher. Aber der Knabe machte seinen Weg. Sein grosses Vorbild war Bezirkslehrer Anton Wohler, der in ihm den Wunsch weckte, den Lehrerberuf zu ergreifen. So absolvierte er das Seminar Wettingen.

Start in Dintikon

Als junger Schulmeister übernahm er 1966 in Dintikon eine dreiklassige Oberschule. Dort blieb er während dreieinhalb Jahren, nahm dann im Herbst 1969 in Paris das Französischstudium auf und wurde Sekundarlehrer. Auf eine Stellenausschreibung in Buchs hin bewarb er sich von der französischen Metropole aus. Er wurde vom damaligen Schulpflegepräsidenten Müller zu einem Gespräch aufgeboten. An dessen Ende sagte dieser kurz und bündig: «Sie sind gewählt. Ich werde die Schulpflege darüber informieren.» So übernahm Rünzi im Herbst 1970 die 1. Sekundarschulklasse mit 37 Schülerinnen und Schülern im Schulhaus Gysimatte.

Anstand, Disziplin und Ordnung

«Meine Lehrerphilosophie war immer: Im Zimmer müssen Anstand, Disziplin und Ordnung herrschen. Von den Schülern verlange ich Konzentration und Leistungsdenken», berichtet er. «Ich hatte die Bandbreite vorgegeben. Wenn sie überschritten wurde, griff ich durch.»

Daran hat sich in 39 Jahren nichts geändert. Oskar Rünzi ist mit dieser klaren Linie gut gefahren. Am ersten Tag in der Sekundarschule fragte er seine Klassen immer: «Was habt ihr so über mich gehört?» Die Antworten waren immer die gleichen: «Sie sind sträng, aber wenn me schaffet, sind Sie lieb und luschtig.»

Für Oski Rünzi war die Paukerei ein Gräuel. Er arbeitete engagiert, bot einen modernen, interessanten Unterricht, der dem aktuellen Zeitgeschehen angepasst war und mit dem er die Buben und Mädchen zu fesseln vermochte. «Ich habe in den 39 Jahren keine einzige Probe zweimal machen lassen», erzählt er mit berechtigtem Stolz.

«Gerne nahm ich mich auch der Probleme meiner pubertierenden Schützlinge an und redete mit ihnen darüber. Ich wirkte als Lehrer, Mensch und Vater zugleich. Weil ich in der Schule selber ein Lausbub war, wusste ich, was in den Buben steckt, und konnte ihnen richtig begegnen.»

Blieb als älterer Lehrer jung

Plötzlich wird der begnadete Pädagoge nachdenklich. «Immer wieder hat mich eine Frage beschäftigt und mir auch Angst gemacht: Werde ich als älterer Lehrer die junge Generation noch begreifen können?» Die Angst war vergebens. Der Neupensionierte hat es mit seiner loyalen, ehrlichen und humorvollen Art problemlos geschafft.

Sieben Jahre führte Oskar Rünzi das Rektorat der Sekundarschule im Schulhaus Suhrenmatte. In freudiger Erinnerung blickt er auf dreissig geleitete Skilager und zehn Bergschullager zurück. Dreimal war er mit seiner Klasse im Arbeitslager. Eine seiner Klassen trat als erste im Jugendfestumzug mit einem Sujet auf, was schliesslich zur generellen Mottowahl für den Umzug geführt hat. In der Kulturkommission Buchsbaum wirkte Rünzi während 24 Jahren als Programmverantwortlicher. Er gehörte als Mitgründer der Umwelt- und Naturschutzkommission an und präsidierte auch die Obstbaukommission.

Oski Rünzi wird sich aber noch nicht ganz aus der Schule verabschieden. Bis im Januar 2010 wird er die beiden ersten Klassen der Bezirksschule als Stellvertreter in Französisch unterrichten. Ein Übergang in den Ruhestand, auf den er sich sehr freut. (az)

Aktuelle Nachrichten