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Nicht alle wollen eine Hundepension

Plan Tierpension: Sandra Gloor mit ihren zwei Hunden. Toni Widmer

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Plan Tierpension: Sandra Gloor mit ihren zwei Hunden. Toni Widmer

Das Projekt von Sandra Gloor aus Muhen löst bei Bewohnern Ängste aus – sie möchte ein Heim für Tiere betreiben. Unkontrolliertes Gebell, mehr Verkehr – Müheler machen sich Sorge, dass die geplante Tierpension viel Lärm verursacht.

Barbara Vogt

Das Haus von Sandra Gloor (38) steht an der lärmigen Köllikerstrasse in Muhen. Hier will sie
eine Tierpension eröffnen. Die Idee: Leute bringen ihre Hunde, Katzen, Hasen und Meerschweinchen tage- oder wochenweise zu ihr in die Ferien. Nicht alle Müheler sehen das gerne. Sie fürchten sich vor lauten Hunden. «Hunde in der Menge bellen», sagen Res Müller und Toni Hunziker stellvertretend für viele Leute, die nicht alle in der Nähe der geplanten Tierpension wohnen.

Sie seien keine Hundehasser, aber die Tierpension mache Angst. Anwohner hätten andere Hundeheime besucht und erlebt, wie es dort lärmig sei und stinke. «Was, wenn die Hunde abgehen?» Die Bewohner fürchten sich vor dem Mehrverkehr, der durch das Zu- und Abfahren der Autos zum Tierheim entsteht.

Die Liegenschaft von Sandra Gloor liegt an einer stark befahrenen Hauptstrasse, die mit 80 km beschildert ist Für die vielen Besucher stünden gerade drei Parkplätze zur Verfügung: «Das Verkehrschaos ist programmiert», befürchten die Anwohner. Dabei sei die Wohnqualität der Bewohner durch Schnellstrasse und Autobahn genug beeinträchtigt. Die besorgten Bewohner haben einen Flyer in die Haushaltungen geschickt, auf dem sie ihre Befürchtungen zusammen- fassten. Gestern Abend luden sie ausserdem zu einer Orientierungsversammlung in den «Bären».

Katzen im alten Pferdestall

Die Anwohner reichten gegen das Projekt eine Sammeleinsprache mit rund 100 Unterschriften ein. Denn Sandra Gloor plant im ehemaligen Pferdestall ihrer Liegenschaft ein Katzenzimmer mit einem Aussengehege für rund 40 Katzen einzubauen. Auf einer Wiese hinter dem Gebäude soll ein Hundegehege mit Boxen und einem Auslauf für 40 Hunde entstehen. Das Baugesuch liegt bis 9. Dezember auf der Verwaltung auf.

Sandra Gloor kann die Ängste der Leute verstehen. «Ich hätte es auch nicht gerne, wenn ich mir Hundegebell anhören müsste», sagt sie. Ihren Standpunkt vertritt sie dennoch: «Ich wohne da und möchte mir gerne meine Existenz aufbauen.» Sie habe schon einmal in einem Tierheim mit Nachbarn gearbeitet und wisse, dass sie wegen des Lärms «Acht geben» müsse. «Ich werde die Hundegruppen sorgfältig zusammenstellen, damit es zu keinen Aufregungen und keinem Gebell kommt.» Die Ruhezeiten über Mittag und am Abend werde sie strikte einhalten. Sie habe ein Lärmgutachten erstellen lassen, «Darin werden die Grenzwerte eingehalten», betont Gloor.

Die Gegner der Tierpension fühlen sich verunsichert, weil Sandra Gloor bereits im Sommer ein Baugesuch eingereicht und dieses wieder zurückgezogen hat. Das aktuelle Gesuch enthalte ein noch grösseres Projekt, geben Res Müller und Toni Hunziker zu bedenken. Bauherrin Sandra Gloor sieht das anders. «Ich habe nachträglich mehr Lärmschutzmassnahmen eingegeben. «Denn auch ich will nachts schlafen können.»

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