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Nez rouge ist ein voller Erfolg

Müdigkeit, Konsum von Alkohol, Medikamente oder Drogen sind gute Gründe sich nicht mehr ans Steuer zu setzen. Freiwillige Fahrer von Nez rouge sind auch diese Festtage wieder unterwegs. Die Aktion ist bereits wieder erfolgreich angelaufen.

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Astrid Bucher

«Vor allem Geschäfte haben an den vergangenen beiden Wochenenden unseren Fahrdienst genutzt», sagt Jeannette Jäggi aus Biberist, Presseverantwortliche der Sektion Solothurn/
Oberaargau. Die Dachorganisation «Nez Rouge» hat sich der Unfallverhütung verschrieben und ist unter dem Motto: anrufen statt anlassen seit 20 Jahren aktiv in der Schweiz. Das Ziel ist, die Anzahl der Strassenunfällen während den Feiertagen, verursacht durch reduziertes Fahrvermögen, zu senken. «Beim Weihnachtsessen da trinkt man doch gerne ein Glas mehr», weiss Jäggi. Nez rouge fordert darum auf, nach dem Rentier mit der roten Nase zu rufen. Das Rentier Rudolph hat mit seiner leuchtend roten Nase, schon den Weihnachtsmann sicher durch die dunkle Nacht geführt, so die überlieferte Geschichte und daher auch der Name der Organisation.

Insgesamt verbucht die Nez-rouge-Sektion Solothurn/Oberaargau nach den ersten beiden Wochenenden bereits 6000 gefahrene Kilometer und 180 Heimgefahrene. In der Region ist Nez Rouge im vierten Jahr tätig und konnte bislang die Zahlen stetig steigern.

Sensibilisierte Fahrer im Dienst

Natürlich sei dies auch den prominenten Fahrern - heuer chauffierte Dani Fohrler die Gäste umher - zu verdanken. «Das zieht immer, unsere Dienstleistung wir so noch mehr gebucht», weiss Jäggi. Heuer sind über 100 freiwillige Fahrer im Einsatz. Es sei nicht immer einfach, genügend Leute zu finden, die ihre Zeit an Festtagen für den Fahrdienst hergeben. «Wir haben aber solche die immer dabei sind.» Häufig seien es Leute, die sensibilisiert sind auf das Thema Alkohol am Steuer. «Ein Feuerwehrmann sagt: lieber sei er einmal mehr für Nez rouge im Einsatz, als mitten in der Nacht mit der Feuerwehr auszurücken, um einen Verunfallten aus dem Auto zu schneiden», nennt Jäggi ein Beispiel. «Viele unserer Fahrer sind Polizisten oder Chauffeure, die schon oft tragische Dinge auf den Strassen erlebt haben», präzisiert Jäggi.

Die Sicherheit steht denn auch bei Nez rouge an oberster Stelle: In der vergangenen Silversternacht kapitulierten 34 freiwillige Helfer in der Region Solothurn Aufgrund der schlechten Strassenverhältnisse. Aus Sicherheitsgründen mussten sie ihre Farhzeuge stehen lassen. Ab Mittwoch, 23. Dezember, sind sie aber wieder täglich, jeweils von 22 bis 2 Uhr, in der Silvesternacht sogar bis 4 Uhr, im Einsatz. Wenn ein Team aufgeboten wird, starten von der Zentrale in Oensingen aus, jeweils drei Personen. Eine fährt das Nez-Rouge-Auto, einer fährt das Kundenauto nach Hause und eine Protokollführerin ist immer mit der Zentrale in Verbingung, um Daten zu übermitteln. Die Zentrale wird von zwei Personen bedient, die die Einsätze koordinieren.

Obulus für karitative Organisation

«Zehn Autos werden von umgliegenden Garagen zur Verfügung gestellt - und jeder der für uns arbeitet, tut das freiwillig und unentgelich», betont Jäggi. Möglich macht das Team fast alles, sagt die Biberisterin: «Es wollte auch schon jemand von Aetigkofen nach Luzern gefahren werden.» In solchen Fällen sei dann das Team Luzern beteiligt und der Fahrgast werde irgendwo in der Mitte übergeben. «Es ist zudem ein Vorurteil, dass wir Stockbesoffene herumfahren» sagt Jäggi. «Die Leute sind vielleicht etwas lustig, weil sie an einem tollen Fest waren, sind sich aber bewusst, dass sie nicht mehr fahren sollten in ihrem Zustand.»

Gesamtschweizerisch gilt die Telefonnummer 0800 802 208. Die Sektion Solothurn-Oberaargau erreichen man auch direkt über 062 396 48 89. Der Fahrdienst ist grundsätzlich gratis. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer nehmen aber gerne ein Trinkgeld entgegen. Es wird einer karitativen Organisation überwiesen.