Neues Konzept fürs Schloss

Neues Konzept fürs Schloss

Neues Konzept fürs Schloss

Schon bald soll feststehen, wie es in Bad Zurzach weitergeht

Michael Hunziker

Es handelt sich um ein stilvolles Gebäude in einer malerischen Umgebung – kurz: ein beliebtes Ausflugsziel. Allerdings: Das Schloss Bad Zurzach, das sich im Besitz der Antonie-Deusser-Stiftung befindet, ist seit längerem geschlossen. Über diesen Umstand ärgert sich eine AZ-Leserin. Eine Stiftung, so meint sie, müsse ihrem Namen gerecht werden, das Schloss müsse dem Volk zugänglich sein.

Schlossherr gab Schlüssel ab

Rückblick: Nach mehrjähriger juristischer Auseinandersetzung entschied das Bundesgericht Anfang 2009, Stiftungsratspräsident Hugo Ammann und Stiftungsratsmitglied Kurt Gosteli seien definitiv aus ihren Ämtern abzuberufen. Nach 30-jährigem Wirken räumte Hugo Ammann Ende September des letzten Jahres seine Wohnung im Schloss. Dem einzig verbleibenden Stiftungsrat Alexander von Senger wurde – begleitet durch die Eidgenössische Stiftungsaufsicht und den eingesetzten Sachwalter Werner Wunderlin, Baden – die Aufgabe übertragen, für eine Ergänzung des Stiftungsrates zu sorgen.

Was ist seither passiert?
Der neu formierte Stiftungsrat musste unter anderem ein neues Konzept für die künftige
Ausrichtung der Stiftung unter Einbezug des Schlosses Bad Zurzach ausarbeiten, erklärt Sachwalter Wunderlin. Dieses
Konzept befinde sich momentan bei der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht in Bern zur Prüfung. Sobald das Konzept abgesegnet sei, könnten die neuen Stiftungsräte ihre Tätigkeiten offiziell aufnehmen und aktiv in Erscheinung treten.

Mit dem Bescheid aus Bern ist gemäss Wunderlin in den nächsten Tagen zu rechnen, der Neustart könnte somit im März erfolgen. Dann dürfte der Stiftungsrat bekannt geben, wie es mit dem Schloss weitergehe und welche Massnahmen – auch baulicher Art – allenfalls getroffen werden.

Anders gesagt: Noch sei ein bisschen Geduld gefragt. «Wann genau das Schloss Bad Zurzach wieder geöffnet sein wird, lässt sich zurzeit nicht sagen», hält der Sachwalter fest und ergänzt: «Auch wenn es gegen aussen ruhig blieb, wurde im Hintergrund viel gearbeitet.»

Werk des Wirtschaftspioniers

Erbaut wurde das Schloss durch den Textil- und Schuhfabrikanten Jakob Zuberbühler. Die Einweihung fand 1900 statt. 1923 wurde die Liegenschaft verkauft, 1978 erwarb die Antonie- Deusser-Stiftung aus Zürich das Schloss. Die Stiftung bezweckt, die Werke des deutschen Malers August Deusser (1870–1942) zu erhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Spätherbst 1978 wurde im Schloss das August-Deusser-Museum eröffnet, 1979 das Freilichtmuseum im Schlosspark mit Werken von Johann Ulrich Steiger aus Flawil SG.

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