Neuer Schülerhort in Lenzburg

Neuer Schülerhort in Lenzburg

Betreut: Christa Läuchli hilft Johanna, Soraia und Federica (von links) bei den Aufgaben.  Foto: AG

Kinderhort

Betreut: Christa Läuchli hilft Johanna, Soraia und Federica (von links) bei den Aufgaben. Foto: AG

In Lenzburg ist Mitte Oktober ein neuer Schülerhort mit Aufgabenhilfe eröffnet worden. Als rechtliche Basis wurde vorgängig am 21. September der Verein «Schülerhort Mary Poppins» gegründet.

Alfred Gassmann

Der Montag, 19. Oktober, war für 15 Schüler in Lenzburg leicht aufregend und wie eine Wundertüte. Statt sich nach der Schule in die dopo-scuola ins kath. Pfarreizentrum an der Bahnhofstrasse zu begeben, durften die Schüler die ehemalige Dienstwohnung im Zeughausareal an der Ringstrasse West 19 in Lenzburg aufsuchen. Doch bevor die Schülerhortleiterin Christa Läuchli die erwartungsfrohen Kinder herzlich und mit Freude empfangen durfte, verbrachte sie nervenaufreibende Tage und Wochen, ja sogar schlaflose Nächte. Was war geschehen?

Seit 1971 führte die missione cattolica Lenzburg die dopo-scuola, ein Schülerhort mit Aufgabenhilfe. Volle 19 Jahre arbeitete Christa Läuchli, Sozialpädagogin, in diesem Hort, davon mehrere Jahre als Leiterin. Aus verschiedenen Gründen, mitunter aus finanziellen, löste die missione cattolica als Trägerschaft den Hort mit Datum 30. September 2009 auf. Christa Läuchlis Hoffnungen, im Pfarreizentrum bleiben zu dürfen, erfüllten sich nicht. Tränen flossen und Christa Läuchli stand mit den 15 Schülern ohne Räume da. Doch sie spürte mit dem ganzen Herzen: Es gilt weiterzumachen, aber wie und wo? Die Zeit drängte.

Verein «Schülerhort Mary Poppins» gegründet

Christa Läuchli wollte den neuen Hort auf eine gesicherte Basis stellen und suchte unter den Eltern der betreuten Schülerschaft Vorstandsmitglieder für den zu gründenden Verein. An der Gründungsversammlung vom 21. September stellten sich Reto Röllin, Lenzburg, als Präsident, Fernando Pereira als Vizepräsident, Liliane Heimgartner als Aktuarin/Rechnungsführerin sowie Jose Guerreira als Beisitzer zur Wahl. Parallel zur Gründung des Vereins «Schülerhort Mary Poppins» musste innert Tagen ein neues Zuhause gefunden werden.

Christa Läuchli spürte die Unterstützung der besorgten Eltern, ja sogar eine überwältigende Solidarität von vielen Seiten. Fäden wurden gezogen, Läuchli nennt Heidi Berner, Stadträtin, Yvonne Rodel, Präsidentin der kath. Kirchenpflege, und Elisabeth Majoros, Präsidentin vom Verein Tagesstrukturen Lenzburg. Wars der feste Glauben an die Lösung oder zauberte Mary Poppins, das verrückteste und beliebteste Kindermädchen der Literatur, das gesuchte Lokal aus ihrer Tasche?

Am 30. September war die Lösung perfekt: die ehemalige Dienstwohnung im Zeughausareal an der Ringstrasse West, in den gleichen Räumlichkeiten, in denen bereits Claudia Wettstein, Lenzburg, den Mittagstisch leitet. Das Nebeneinander lässt sich gut arrangieren und zeitlich aufeinander abstimmen.

Platz für 20 Schüler

A propos Solidarität: Am Sonntagnachmittag, den 4. Oktober, wurde gezügelt und die Räumlichkeiten seither in Absprache mit dem Mittagstisch wohnlich eingerichtet. Christa Läuchli und die beiden Teilzeitmitarbeiterinnen Liliane Heimgartner und Antonietta Porcu verfügen über Lern- und Spielzimmer, einen Ruheraum und über eine grosse Küche. Bekanntlich ist die Ortsbürgergemeinde Lenzburg Eigentümerin des Zeughausareals.

Derzeit besuchen 15 Schülerinnen und Schüler aller Nationalitäten und Konfessionen den Hort mit Aufgabenhilfe. Die Leiterinnen könnten gut weitere fünf Kinder aufnehmen und hoffen auf Spenden und viele Passivmitglieder. Der Hort ist das ganze Jahr während der Schulzeit offen, bei genügend Anmeldungen sogar in den Sport,- Frühlings- und Herbstferien. Ein Besuch belegt: Da werden in Ruhe die Hausaufgaben gemacht, da wird friedlich miteinander gespielt und soziales Verhalten bis hin zum Ordnungssinn gelernt. Nicht nur Mary Poppins hat ihre wahre Freude daran.

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