Zürich

Neuer Ausweis, neue Stellen

Der Zürcher Regierungsrat stockt das Migrationsamt des Kantons um 33 Stellen auf. Fast die Hälfte der neuen Angestellten wird sich um die Einführung des biometrischen Ausländerausweises kümmern.

Martin Reichlin

Ohne Biometrie scheint das Sicherheitsbedürfnis heutiger Staaten kaum mehr zu befriedigen sein. Nach biometrischen Pässen und biometrischen Identitätskarten werden deshalb - folgerichtig - auch biometrische Ausländerausweise eingeführt. Ab Oktober 2010 muss das kantonale Migrationsamt die neuen biometrischen Dokumente abgeben, wie der Regierungsrat gestern mitteilte.

Für die Einführung dieser Ausweise, die laut Eidgenössischem Justiz- und Polizeidepartement im Schengener Abkommen vorgesehen sind, schafft der Regierungsrat 15 neue Stellen bei der Ausländerbehörde. Immerhin sollten dem Kanton aber keine zusätzlichen Kosten entstehen, ergänzt der Regierungsrat in seiner Mitteilung. Die kantonalen Migrationsämter könnten nämlich vom Bund eine festgesetzte Gebühr für die Erfassung der biometrischen Ausländer-Daten - zwei Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild - erheben.

Um weitere 18 auf dannzumal 160 Stellen erhöht die Regierung den Personalbestand des Migrationsamt zudem wegen der stark gestiegenen Zahl zu bearbeitender Geschäfte und der erhöhten Komplexität der Arbeit. Habe das Migrationsamt Zürich 2006 noch 105 680 so genannte Aufenthaltsgeschäfte durcharbeiten müssen, seien es 2008 bereits 153 298 gewesen. Weiter gingen bei der Ausländerbehörde pro Tag durchschnittlich rund 800 Briefe sowie 1030 Anrufe ein.

Zusammen mit der durch das neue Ausländer- und Asylrecht verursachten Komplizierung der Abläufe habe dies zu einer Verlängerung selbst von Standardverfahren geführt, die inakzeptabel und dem Standort Zürich abträglich sei, schreibt der Regierungsrat.

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