Neuenhof soll zuerst einen eigenen Wahlkreis bilden

Die Grünen glauben nicht, dass sich der Zusammenschluss finanziell negativ auswirken wird. Als Übergangslösung schlagen sie für Neuenhof einen Wahlkreis vor.

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Die Grünen glauben nicht, dass sich der Zusammenschluss finanziell negativ auswirken wird. Als Übergangslösung schlagen sie für Neuenhof einen Wahlkreis vor.

Soviel ist klar: Neuenhofs Anfrage um Anschluss basiert auf finanzpolitischen Überlegungen. «Es muss für alle verständlich gemacht werden, dass die Badener nicht um ein Stück von ihrem reich garnierten Kuchen beraubt werden», erklärt Ursina Schmidlin namens der Grünen Baden. Sowohl die externe Analyse von Wüest&Partner als auch die BDO Visura bestätigen, dass vorsichtig, aber realistisch kalkuliert geplant werde. Das heisst, der Steuerfuss von 95% könne erhalten bleiben.

Chance im Grossraum Zürich

Für Baden sei es eine Chance, zusammen mit Neuenhof die anstehenden Projekte anzugehen. Die geografische Situation sei vorteilhaft, um verkehrstechnisch an den Grossraum Limmattal-Zürich anzubinden.

Die weichen Faktoren sind für die Grünen am wichtigsten: «Diesem Thema sollte grosse Beachtung geschenkt werden», so Schmidlin. Es braucht Massnahmen, die das zukünftige Zusammengehörigkeitsgefühl fördern, ohne dass die Identifikation der Neuenhofer und der Badener mit ihrem Quartier und ihrer Wohngemeinde verloren geht.

«Wir unterstützen auch alle Massnahmen zur Weiterentwicklung der gewachsenen multikulturellen Gesellschaft», so die Einwohnerrätin der Grünen weiter. Es soll dem unterschwellig spürbaren Misstrauen eines Teiles der Badener Bevölkerung gegenüber dem höheren Ausländeranteil in Neuenhof entgegengewirkt werden.

«Bereits zu Zeiten der BBC wurde mit den Wohnquartieren für ausländische Arbeitskräfte in Neuenhof der Grundstein zu einem hohen Ausländeranteil gelegt», erklärt Schmidlin. Der Schlussbericht geht mit Veranstaltungen zum Thema und einer Stellenplanerhöhung der Sozialen Dienste darauf ein.

Über die gewachsene Schule mit sehr gutem Ruf darf nicht unsensibel bestimmt werden. Schulsozialarbeit soll den heutigen Badener Verhältnissen bzw. dem Bedarf am Schulstandort Neuenhof gerecht (evtl. aufgestockt) werden.

Im Schlussbericht wird Wert darauf gelegt, dass der zukünftige Stadtteil Neuenhof in Stadtrat, Einwohnerrat und Kommissionen angemessen vertreten sein müsse. Die Grünen erachten es deshalb als sinnvoll, für die zweijährige Übergangslösung und die erste Legislatur Neuenhof als eigenen Wahlkreis zu behandeln.

Die Grünen regen ein aktiveres Auftreten der öffentlichen Hand im Immobilienbereich an. Die Wohnansprüche sozial Schwächerer sollen gesichert werden. Ausserdem regen sie an, einen Teil des Verkaufserlöses des Elektrizitätswerkes Neuenhof an die Regionalwerke für Energie- und Umweltprojekte zu reservieren. (-rr-)