Barbara Vogt

Auf dem Vorplatz des Spittels räumt eine Frau Holz weg. Seit einiger Zeit lebt sie mit ihrer Tochter hier. «Ich habe die Wohnung gesehen und mich sofort in sie verliebt.»

Peter Hemmig ist der neue Besitzer des Spittels und hat diesen vor dem Abbruch gerettet (vgl. Kontext unten). Nachdem die Gemeinde Kölliken die Mietverträge mit den Spittelbewohnern im letzten Jahr aufgelöst hatte, suchte Hemmig neue Mieter für die Wohnungen. Es sei nicht gut, die Räumlichkeiten so lange leer stehen zu lassen. Er schaltete Inserate im A-Bulletin, innert kurzer Zeit konnte er alle Wohnungen wieder besetzen.

Keine Pinselsanierung

Dabei handelt es sich um eine Zwischennutzung: Peter Hemmig plant den Spittel zu renovieren und umzubauen. Anfänglich war es seine Idee gewesen, den Umbau der Wohnungen etappenweise durchzuführen. doch musste er diese Pläne begraben, weildie geplante Erschliessung dies mit dem bestehenden Grundriss nicht zulässt.

Jetzt baut er die Liegenschaft in einem Mal um. Die Pläne liegen noch bis zum 7. Oktober auf der Gemeindeverwaltung Kölliken auf. Mit der Übernahme des Spittels für 858 000 Franken verpflichtet sich Peter Hemmig, den Umbau innerhalb einer gesetzten Frist nach Erteilung der Baubewilligung fertig zu stellen.

Hemmig plant eine umfassende Renovation. «Es gibt nicht nur eine Pinselsanierung.» Bei der Planung haben er und das Architekturbüro Raumformat GmbH aus Gelterkinden den bestehenden Grundriss und die strengen Symmetrien bewusst miteinbezogen. Die neun verschieden grossen Wohnungen werden neu gestaltet. Die Laubengänge - sie machen den Charme des Spittels aus - werden belassen, jede Wohnung erhält einen eigenen in sich geschlossenen Teil. Die Erschliessung zu den Wohnungen erfolgt von einem neuen Treppen- und Liftaufgang.

Am meisten freut sich Peter Hemmig auf die Wohnungen, die einmal im Dachgeschoss entstehen und einen gehobeneren Standard haben. «Mit diesem Ausblick auf Kölliken überlege ich mir sogar, eine Wohnung zu mieten.»