Mehlschwalben
Nester für Mehlschwalben - Wie kann man helfen?

Der Mensch muss dort eingreifen, wo die Lebensräume verschwinden, so die Maxime von Naturschutzvereinen. Wie das geht, zeigt dieser Artikel.

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Mehlschwalbe

Mehlschwalbe

Keystone

Die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen, Lebensräumen und Genen nimmt in der Schweiz drastisch ab. In der zubetonierten Landschaft verschwinden die Lebensräume auch für Singvögel wie die Mehlschwalbe. Das stellte das Forum Biodiversität in einer grossen Untersuchung fest.

Am stärksten bedroht sind die Trockenwiesen und -weiden. Die Fläche dieser Lebensräume, auf die mehr als 900 der heimischen Tier- und Pflanzenarten angewiesen sind, ist laut der Studie seit 1900 um 95 Prozent geschrumpft. 40 Prozent der dort vorkommenden Pflanzenarten und 50 Prozent der Tierarten stehen auf den roten Listen der gefährdeten Arten. Die Wiesen werden entweder überbaut, ihre Nutzung intensiviert. Dennoch geben die Naturschützer den Kampf für die Erhaltung von bedrohten Tieren und Pflanzen nicht auf. Der Schweizer Vogelschutz und die Vogelwarte Sempach werben gemeinsam dafür, der Mehlschwalbe auch in Siedlungsräumen eine Heimat zu bieten.

Sie fordern Hauseigentümer dazu auf, die Vogelnester nicht zu zerstören. Wo man das Nistmaterial anbieten kann, können die Mehlschwalbenbestände rasch wieder zunehmen.

Gutes Nistmaterial besteht aus Steinmergel, Kalk (erhältlich in Garten- und Baucentern), lehmigem Erdmaterial von der nächsten Baustelle und Pflanzenfasern (zum Beispiel Heuhäcksel). Man rührt das Material mit Wasser zu einem Brei und bereitet es auf einer Plastikfolie an einem übersichtlichen, vor Katzen sicheren Vorplatz, auf einer Industriebrache oder auf einem Flachdach an. Empfohlen wird auch, für die Mehlschwalben Kunstnester zu bauen. Kunstnester kann man bei der Vogelwarte Sempach und weiteren Anbietern kaufen. In Deutschland hat man gute Erfahrungen mit Schwalbenhäusern gemacht. Die Vogelwarte und der Schweizer Vogelschutz vermitteln Baupläne und Kontaktadressen. (BA)

Weitere Informationen gibt es beim Schweizer Vogelschutz (www.birdlife.ch) und bei der Schweizerischen Vogelwarte (www.vogelwarte.ch) oder auch beim Natur- und Vogelschutzverein Wohlen (nvwohlen.ch).

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