Hundewettkampf
«Nerven zeigen oft die Hundeführer»

Die Aufmerksamkeit der Hundefreunde richtete sich am Wochenende auf das Fussballstadion Moos in Lengnau. Dort trafen sich 41 Hundeführer und -führerinnen aus der Schweiz, Österreich und fünf deutschen Bundesländern, um den 7-Länderwettkampf der Deutschen Schäferhunde auszutragen.

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Hundewettkampf Schäfer

Hundewettkampf Schäfer

Berner Rundschau

Sebastian Wendel

Ob der Hund die unzähligen Augenpaare, die auf ihn gerichtet sind, wohl registriert? Es ist anzunehmen, dass der Druck seinen Meister mehr belastete als das Tier. Ueli Luginbühl, OK-Präsident des 7-Länderwettkampfes, meint dazu: «Nerven zeigen oft die Hundeführer, was sich dann meistens negativ auf das Verhalten der Hunde auswirkt.»

Jeweils einzeln traten die Hundeführer mit ihren Deutschen Schäferhunden zur Prüfung in den Kategorien Schutzdienst, Unterordnung und Fährtenlauf an. Ziel jedes Paares aus Mensch und Tier war es, eine fehlerfreie und ästhetisch schön anzusehende Übung zu absolvieren, die vom Leistungsrichter mit einem kleinstmöglichen Abzug von Punkten bewertet wurde.

Selbstdisziplin als Schlüssel zum Erfolg

Hinter dem Gezeigten stecken in allen Fällen unzählige Trainingsstunden, die Geduld und Disziplin in höchstem Masse verlangen. «Wir trainieren in unserer Ortsgruppe fast jeden Tag, jeweils nach Feierabend», erklärt Anton Buchmüller aus Österreich das zeitaufwändige und kostspielige Hobby. Er trat mit Ivan vom Gernkogel an.

Dennoch bleibt auch in diesem Sport eine gewisse Unberechenbarkeit, die sich in für die Hundeführer unerklärlichen plötzlichen Aussetzern der Tiere äussert. Das Turnier bietet seinen sportlichen Reiz darin, dass man mit einer erfolgreichen Prüfung die Qualifikation für die Weltmeisterschaft der Weltunion der Schäferhundvereine erreicht. Daneben ist das jährliche Treffen der sieben Ländergruppen ein gesellschaftlicher Anlass, an dem sich Freunde treffen.

Der 7-Länderwettkampf wird jedes Jahr von einer der teilnehmenden Gruppen organisiert. Die Ortsgruppe Biel-Pieterlen bekam vor Jahresfrist vom Schweizerischen Zentralvorstand die Zusage und steckte seither in den Vorbereitungen.

Es galt unter anderem, den Kontakt zu den Teilnehmern herzustellen, Helfer zu rekrutieren und einen geeigneten Austragungsplatz zu finden. «Das Fussballstadion Moos ist wegen seiner Lage und kleinen Tribüne ein optimaler Ort für einen Hundewettkampf», so Luginbühl.

Ein gutes Polster und eine Portion Mut

Die Disziplinen Unterordnung und Schutzdienst fanden auf dem Fussballplatz statt, während man für den Fährtenlauf aus Platzgründen nach Prägelz auswich. Die grösste Unterhaltung für den Laien bot der Schutzdienst, der unter anderem den Kampf zwischen Mensch und Tier beinhaltet. Die Schutzdiensthelfer brauchen neben einem gepolsterten Unterarm ebenso eine grosse Portion Mut, um sich den bis zu 50 Kilogramm schweren Tieren entgegenzustellen.

Die klare hierarchische Ordnung zwischen dem Hundeführer als Chef und dem Schäferhund als Untertan ist entscheidend bei der Unterordnung. Wessen Befehle das Tier nicht erreichen, der hat in dieser Kategorie schlechte Karten. Ihren Spürsinn brauchen die Hunde beim Fährtenlauf. Eine vom Menschen vorher abgelaufene Strecke inklusive hinterlassene Gegenstände muss das Tier ausfindig machen.

Durch Bellen zeigt es seinen Fund jeweils an. Alle 41 Teilnehmer traten in jeder Kategorie an, was von den Organisatoren eine enorme logistische Leistung für die zwei Wettkampftage erforderte. «Dank dem grossartigen Einsatz von über 70 frewilligen Helfern konnten wird dieses Grossanlass überhaupt durchführen», bedankt sich Ueli Luginbühl bei seinem Team.