Nein zum Sagenweg in Wohlen

Der Freiämter Sagenweg wird definitiv nicht im Wohler Wald angelegt. Eine Lösung zeichnet sich nun aber mit der Gemeinde Waltenschwil ab. Die Ortsbürgerkommission Waltenschwil ist positiv zum geplanten Sagenweg eingestellt.

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Aargauer Zeitung

Jörg Baumann

Die beiden Bildhauer Rafael Häfliger aus Wohlen und Alex Schaufelbühl aus Niederwil wollen die Freiämter Sagenwelt wieder aufleben lassen und die Schulen ermuntern, das Thema mit den Schülern durchzunehmen. Sie planen, im Wald einen Sagenweg einzurichten. 12 namhafte Künstlerinnen und Künstler sollen quasi das Personal zum Weg liefern und am 2. Freiämter Bildhauersymposium die zu den Sagen passenden Skulpturen schaffen.

Weg zum Sagenweg verbaut

Häfliger und Schaufelbühl reflektieren darauf, den Sagenweg im Wohler Wald in der Nähe des Erdmannlisteins und Bettlersteins einzurichten. «Denn diese beiden Steine sind mit Sagen verbunden», sagen die Organisatoren. Doch erhielten ihre Pläne einen Dämpfer. Die Ortsbürger- und die Forstkommission Wohlen lehnten den vorgesehenen Standort ab. Der Freiämter Sagenweg sei als feste Installation gedacht und sei in dieser sensiblen Zone fehl am Platz, teilten die Behörden den Initianten mit. Zusätzlich würde der Sagenweg die Waldbewirtschaftung behindern und das Wild in seiner Ruhe stören. Der Sagenweg sei nicht standortgebunden und sollte deshalb am Waldrand zwischen dem Waldhaus Chüestellihau und dem Forstmagazin angelegt werden.

Initianten enttäuscht

Häfliger und Schaufelbühl sind sehr enttäuscht. «Wir haben der Gemeinde Wohlen vier verschiedene Standortvorschläge gemacht, und keiner hat ihr gefallen», sagen sie. Der Sagenweg gehöre nun einmal dorthin, wo die Sagen angesiedelt seien, und nicht an einen Waldrand, der dazu keinen Bezug habe.

Der Sagenweg Rot eingezeichnet: Vorgesehener Standort des Freiämter Sagenwegs in Waltenschwil unweit des Tierparkgeländes

Der Sagenweg Rot eingezeichnet: Vorgesehener Standort des Freiämter Sagenwegs in Waltenschwil unweit des Tierparkgeländes

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Moralische und organisatorische Verstärkung erhielten die beiden Bildhauer schon letztes Jahr durch den Verein Erlebnis Freiamt. Dieser machte sich das Anliegen des Sagenwegs zu seinem eigenen, zumal sich dieser mit dem Freiämterweg verbinden liesse, den Mitglieder des Vereins ins Leben riefen. Vereinspräsident Erich Näf aus Widen setzte sich mit dem ganzen Gewicht seines Amtes für den Sagenweg ein. Erlebnis Freiamt lud die Wohler Behörden extra nach Muri zu einer Besprechung ein, um ihnen das Vorhaben mundgerecht zu präsentieren. Näf will keinen unnötigen Wind erzeugen, stellt aber nach der Zusammenkunft in Muri fest, dass die Behörden «nur ihr Desinteresse» bekundet hätten.

In Waltenschwil denkbar

Inzwischen zeichnet sich eine Lösung ab. Die Ortsbürgerkommission Waltenschwil war bereit, die Gesuchsteller anzuhören. Sie bietet ihnen einen neuen Standort am Freiämterweg in der Umgebung des Tierparks an. Allerdings sollen die Skulpturen auch nicht mitten im Wald, sondern eher peripher angelegt werden, 20 bis 30 Meter tief im Wald. Für den Fall, dass der Sagenweg kommt, lehnt die Gemeinde jegliche Haftung ab und behält sich das Mitspracherecht bei der Auswahl der Skulpturen und der Werbung für den Sagenweg vor. Zudem müsste Waltenschwil ebenfalls mit einer Sage vertreten sein. Die Reinigungskosten, die im Wald anfallen, müsste der Verein Erlebnis Freiamt tragen. Auch sollen die Skulpturen entschädigungslos entfernt werden, falls dies die Gemeinde verlangt.

Erich Näf signalisiert, dass Erlebnis Freiamt mit Waltenschwil unter diesen Bedingungen einen Vertrag ausarbeiten und ein Gesuch einreichen wird: «Das Baugesuch muss noch bewilligt werden, das ist klar. Aber wir sind guten Mutes.» Das 2009 vorgesehene Bildhauersymposium wurde bereits aufs nächste Jahr verschoben. Es findet nun vom 28. Mai bis 6. Juni 2010 statt.