Sondermülldeponie
Naturpark und Ort der Begegnung

Was passiert mit dem Areal der Sondermülldeponie Kölliken nach dem Rückbau frühestens im Jahr 2013? Dem Umweltforum schwebt ein Amphibienpark mit einem Naturlehrpfad vor.

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Sondermülldeponie Kölliken

Sondermülldeponie Kölliken

Aargauer Zeitung

Barbara Vogt

Zwar liegt das Ende des Rückbaus der Sondermülldeponie Kölliken noch in weiter Ferne, doch macht sich das Umweltforum bereits heute Gedanken über die Nachnutzung des Areals. Die Gruppierung wünscht sich, dass das Gelände nach dem vollständigen Rückbau und dem Abbruch der Halle wieder in ein Naturschutzgebiet mit Schwergewicht Amphibien umgestaltet würde. Vor der Ablagerung des Sondermülls sei die Lehmgrube das «reichhaltigste Amphibienbiotop des Kantons» gewesen.

Das Umweltforum könnte sich vorstellen, ein Naturlehrgebiet zu schaffen, in welches man den vorhandenen Wald, Hecken, Magerwiese und Hochstammobstbäume integrieren würde. «Man müsste Teiche, Tümpel, Weiher und andere Geländestrukturen für Amphibien sowie Fusswege für die Besucher gestalten», schreibt das Umweltforum. Der jetzige Informationspavillon könnte weiterhin für Ausstellungen, Vorträge und als Schülerarbeitsraum genutzt werden. «Der Naturpark würde zu einem wichtigen Ort für Begegnungen von Familien und Schülern mit der Natur».

Naturlehrgebiet Buchwald ist Vorbild

Um sich Ideen für ihr Naturprojekt zu holen, besuchten Umweltforum, Pro Natura Aargau sowie Anstösser der Sondermülldeponie das Naturlehrgebiet Buchwald bei Ettiswil LU. Das rund fünf Hektaren grosse Gebiet entpuppe sich durch seine Vielfalt und Nutzung als Vorbild für einen Amphibienpark in Kölliken.

In der ehemaligen Kiesgrube Buchwald würden vielfältige Tümpel, Teiche, Hecken, Trocken- und Feuchtgebiete sowie Wäldchen gestaltet und vorhandene Gebäude umgenutzt. Das Areal sei auf Fusswegen zugänglich und an einigen Teichen könnten die Besucher herumtümpeln.

«Die Unterhalts- und Betreuungskosten betragen nicht mehr, als für eine einzige normale Schulklasse aufgewendet werden muss», betont das Umweltforum. Die Gruppierung aus Kölliken hofft, dass ihre Idee, wie man das Areal der Sondermülldeponie nutzen könnte, bei Gemeinde und Kanton, zum Beispiel beim Naturama, auf offene Ohren stösst.

Pro Natura Aargau würde sich laut Umweltforum am vorgeschlagenen Naturlehrgebiet beteiligen. Die Planung der Nachnutzung der Sondermülldeponie könne man bereits heute in Angriff nehmen, «auch wenn noch nicht klar ist, wie der Untergrund aussehen wird».

«So grün wie früher»

Im letzten September machte der Gemeinderat Kölliken eine Umfrage. Er wollte von den Einwohnern wissen, wie die spätere Nutzung des Sondermülldeponie-Geländes aussehen soll. Denn als die Halle stand, gab es Stimmen, die für eine Nachnutzung der Halle plädierten. Doch die Rückmeldungen des Mitwirkungsverfahrens zeigen eine klare Richtung auf: Eine weitere Nutzung der Halle wird überwiegend abgelehnt.

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten hat sich für eine Rekultivierung des Geländes ausgesprochen, über ein Drittel für eine bauliche Nutzung. Beide Gruppen könnten sich jedoch auch die Schaffung eines parkähnlichen Raums vorstellen. «Wir fänden es gut, wenn nach der Sanierung das ehemalige Deponiegelände wieder so grün wird wie früher», sagte eine Ehepaar aus Kölliken bei der Umfrage.

Wunsch nach Naturschutzzone

Über den Abbruch der Halle liegt bereits eine Bewilligung vor, hingegen redet die Bevölkerung bei der Zonierung des Deponie-Areals mit. In dieser Sache weiss das Umweltforum, was es will: eine Naturschutzzone.

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