«Natürlich reden wir über Masken»

Der Kanton Bern will demnächst über Schutzmassnahmen für Kantonsangestellte bestimmen. Besonders schwierig wird es bei Lehrpersonen.

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Der Kanton Bern will in den nächsten Tagen informieren, ob und zu welchen Massnahmen er greift, um das Personal zu schützen. «Bei über 20 000 Angestellten gibt es viele, die besonders exponiert sind», sagt Hans-Ulrich Zürcher, Leiter des bernischen Personalamts, in dessen Kompetenz die Arbeitsplatz-Gesundheit der Kantonsangestellten liegt.

Ein paar Strassenzüge weiter weg vom Personalamts des Kantons, im Berner Erlacherhof, klang es kürzlich ein wenig dramatischer: Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) griff zum «Notrecht», um rechtzeitig genügend Schutzmaterial für das Personal der Stadt Bern zu bestellen. Wie der «Bund» berichtete, wird nun nach den Ferien der Gesamtgemeinderat diesen Entscheid nachträglich absegnen müssen. Die Kosten von weniger als 300 000 Franken liegen noch in der Kompetenz der Stadtregierung.

«Natürlich reden wir auch über Masken», sagt Zürcher, «und wir beschäftigen uns schon seit einiger Zeit mit den Vorbereitungen.» Als Arbeitgeber habe der Kanton eine Verpflichtung. Allerdings: «Was ausserhalb der Arbeit passiert, können wir natürlich nicht beeinflussen.» So stellt sich für ihn auch die Frage nach der Verhältnismässigkeit: «Wieviel Aufwand ist nötig und welche Massnahmen des Arbeitgebers sind sinnvoll, wenn zum Beispiel der Arbeitsweg ein kritischer Moment ist?» Erste Abklärungen seien getroffen worden, ob und wo sich der Kanton überhaupt Masken verschaffen könnte. Resultat: «Es gibt Einzelne, die liefern könnten.»

Eine besondere Kategorie der Kantonsangestellten machen die Lehrerinnen und Lehrer aus. «Bei Kindern ist es schwierig, Abstand zu halten und die Hygienemassnahmen einzuhalten», so Zürcher. Das medizinische Fachpersonal des Kantons aber hält von Schulschliessungen nicht viel.

Auch Polizisten könnten Kontakte nicht vermeiden, gleiches gelte für das Personal in den psychiatrischen Einrichtungen. Entscheide sind noch keine gefallen, «es ist alles im Tun», sagt Zürcher. Innerhalb der ersten beiden Augustwochen wird über Sofortmassnahmen entschieden. (joh)

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