Nässe zieht in die Wände

Die Mauer des Friedhofgebäudes in Rüti ist in einem schlechten Zustand. In den letzten Jahren hat ihr die Feuchtigkeit sehr stark zugesetzt. Eine Sanierung drängt sich auf.

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19_bu_Friedhofgebäude_dsc.jpg

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Solothurner Zeitung

Janine Aegerter

Im Innern der Aufbahrungshalle des Friedhofgebäudes Rüti liegt ein muffiger, feuchter Geruch. Dabei handelt es sich nicht etwa um Leichengeruch, wie mancher im ersten Augenblick denken dürfte, sondern um die Nässe in den Gemäuern. «Das Mauerwerk ist alt und nicht richtig vor Nässe geschützt», erklärt Annabella Iannone, Gemeinderätin für Bauwesen und Gemeindebetriebe von Rüti. So habe es einen Erdhaufen, der an die Mauer angrenze. Wenn er durch den Regen feucht werde, könne das Wasser durch die Mauer hindurch dringen. Es gebe an den betroffenen Stellen keine Sickerleitungen. So könne das Wasser dort nicht richtig abfliessen. «Wir haben dieses Problem seit etwa anderthalb Jahren», sagt Andreas Philipp, Gemeindepräsident von Rüti. Man habe zuerst versucht, die Schäden mit kleineren Renovierungsarbeiten zu beheben, doch es war schnell einmal klar, dass es damit nicht getan sei. Auch Iannone bestätigt: «Wir haben die Salpeterausblühungen, die sich gebildet haben, immer wieder weggeputzt. Aber sie kamen immer wieder zum Vorschein.» Der Gemeindearbeiter habe Stunden damit verbracht, die Mauer zu putzen, «irgendwann geht das auch ins Geld.» Nun müsse man richtig sanieren statt immer nur zu «pflästerlen».

Austrocknen, dann schützen

Falls die Stimmberechtigten von Rüti dem Geschäft zustimmen, kommt es zu einer Sanierung. In diesem Fall müsse zuerst das Gemäuer ausgetrocknet werden, danach sei eine Verstärkung der Mauer mit wetterfestem Material vorgesehen, erklärt Annabella Iannone. Zudem solle dort, wo noch keine Sickerleitung vorhanden sei, eine solche angebracht werden, damit die Mauer in Zukunft besser vor Nässe geschützt werde.

Die Sanierungskosten sind auf 65 000 Franken veranschlagt, budgetiert waren ursprünglich 100 000 Franken. «Bei den 100 000 Franken handelte es sich um eine Schätzung, da wir nicht genau wussten, wie viel uns die Sanierung kosten würde», erklärt Philipp. In diesen Sanierungskosten enthalten sind auch unvorhersehbare Kos-ten von 8000 Franken. «Schlimmer wäre, wenn das Mauerwerk in einem schlechteren Zustand wäre als die zuständigen Fachleute uns gesagt haben», sagt Philipp. Deswegen habe man diesen Posten so hoch veranschlagt. Das Projekt werde keine Neuverschuldung oder Steuererhöhung auslösen, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heisst.

Änderung der Gebühren

Neben der Sanierung des Gemäuers ist auch eine Überarbeitung des Friedhofreglements vorgesehen. So sollen künftig nicht nur Auswärtige für Bestattungskosten aufkommen, sondern auch Einheimische. «Wir hoffen, dass dieses Geschäft an der Gemeindeversammlung vom 26. Mai angenommen wird», sagt Philipp. Er sei sich bewusst, dass es sich bei den Bestattungsgebühren um ein heikles Thema handle. Doch müsse man sich bewusst sein, dass andere Gemeinden ebenfalls für nicht Auswärtige Gebühren erheben würden.

Neben den Gebühren wurden auch die Reglemente für die Masse und Materialien der Grabmäler angepasst, da es im Bereich der Grabmalbewilligungen häufig Diskussionen über Material und Formen der Grabsteine gab. «Wir haben die Regelungen nun aufgelockert und an die heutige Gesellschaft angepasst», erklärt Philipp. In der heutigen Zeit sei Individualismus sehr wichtig, also solle man die Möglichkeit haben, diesen bis zu einem gewissen Grad leben zu können.