Weltraumforschung

NASA lässt erfolgreich Rakete auf dem Mond einschlagen

Die Rakete zwei Tage vor Start (Archiv)

Die Rakete zwei Tage vor Start (Archiv)

Auf der Suche nach Wasser auf dem Mond hat die US-Raumfahrtbehörde NASA am Freitag ein Loch in die kraterübersäte Oberfläche des Erdtrabanten geschossen.

Mit 9000 Kilometern pro Stunde schlug eine Auto-grosse Raketenstufe in einem Mondkrater am Südpol ein, wie die NASA mitteilte. Durch die dabei hochgeschleuderte Staubwolke flog anschliessend die Sonde LCROSS, die vor ihrem Zerschellen auf dem Mond Messdaten zur Erde sandte.

Von der erfolgreichen Kamikaze-Mission erhoffen sich die Wissenschaftler nun einen Beweis für die Existenz von Wasser-Eis auf unserem Trabanten. Denn sollte die bei dem Doppelschlag herausgeschleuderte und bis zu zehn Kilometer hohe Staubwolke Spuren von Wasser enthalten, wären diese spektroskopisch nachzuweisen.

Mondwasser aber dürfte für künftige bemannte Missionen auf dem Erdbegleiter von grosser Bedeutung sein - es könnte in seine chemischen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt und zu Luft oder Raketentreibstoff umgewandelt werden.

Die gut zwei Tonnen schwere Stufe der Atlas-Centaur-Trägerrakete und die ihr folgende Sonde LCROSS schlugen laut NASA wie geplant im Abstand weniger Minuten im Krater Cabeus am Südpol des Mondes ein.

Der Boden dieses zweieinhalb bis vier Kilometer tiefen Kraters wird nicht von der Sonne beschienen. In der Eiseskälte dieser so genannten Permanenten Schattenregionen (PSR) - Experten schätzen, dass die Temperaturen bis zu minus 240 Grad Celsius betragen - könnte sich somit gefrorenes Wasser erhalten haben, das womöglich durch Kometen auf den Mond gelangt ist.

Die bislang erforschten Regionen des Mondes sind hingegen trockener als jede Wüste auf der Erde: Sonnenstrahlen würden Wasser dort sofort verdampfen lassen.

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