Nächster Entfelder Schulleiter geht

Der Entfelder Schulleiter Tobias Leuthard hat gekündigt. «Aus persönlichen Gründen», wie er sagt. Erneut wird aus Lehrerkreisen Kritik laut, die Schulpflege mische sich zu stark ein.

Thomas Röthlin

Nach der Sitzung des Kreisschulrats letzten Mittwoch gehen Entfelder Lehrer an die Öffentlichkeit. Der Rat wählte ein Mitglied der Kreisschulpflege ab (AZ vom 4.Dezember). Die Absender, die anonym bleiben wollen, kritisieren in einem Schreiben an die Redaktion «nicht nachvollziehbare Wahlstrategien». Gert Jähn sei «von vielen Lehrpersonen geschätzt» worden.

Mit anderen Schulpflegern haben die Lehrer hingegen Mühe. «Nach sechs Jahren geleiteter Schule Entfelden (...) dreht sich nach wie vor noch immer alles um eine politische Behörde, die zwar dauernd von ihrer strategischen Rolle spricht, diese aber nicht einhalten kann oder will», steht in dem Schreiben.

«Machtdemonstrationen»

Auf Nachfrage ergänzen die Verfasser, ein Teil der Schulpflege verfolge nicht nur sachbezogene, sondern auch persönliche Interessen «und verletzt so die Distanz zum Tagesgeschäft der Schulleitung». Solche «Kompetenzüberschreitungen» würden in Entfelden auf allen Ebenen wahrgenommen». Als Arbeitgeberin sitze die Schulpflege aber «am längeren Hebel»; die Rede ist von «Machtdemonstrationen». Und weil sie vom überschaubaren Kreisschulrat gewählt werde, könnten einzelne Mitglieder «viel besser lobbyieren» als bei einer Volkswahl.

Für die Lehrer ist deshalb klar, dass Schulleiter Tobias Leuthard ein Opfer dieser Verhältnisse ist. Leuthard hat per Ende Januar 2010 gekündigt. «Neben anderen persönlichen Gründen», so Leuthard auf Anfrage, habe seine Chance auf eine berufliche Veränderung eine Rolle gespielt. Der 42-Jährige wird Mitarbeiter für externe Schulevaluationen bei der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Evaluation zeigte Schwächen auf

Diese hat die Kreisschule Entfelden bereits evaluiert und festgestellt, das Zusammenspiel zwischen Schulpflege und Schulleitung sei mangelhaft. Unterschiedliche Auffassungen hatten 2005 zur Kündigung des damaligen Schulleiters Daniel Küffer geführt. Diesen Frühling musste auch Schulleiterin Eva Kuhn den Hut nehmen, nachdem sie ein halbes Jahr krankgeschrieben war.

Ober- und Unterentfelden führten die geleitete Schule 2003 mit einem Dreierteam ein. Tobias Leuthard war von Anfang an dabei. In seine Amtszeit fielen die Einführung von Blockzeiten und Schulsozialarbeit sowie die Erarbeitung eines Leitbilds. Der Scheidende spricht von einer «lehrreichen und spannenden Zeit».

Zu den Spannungen wollte Schulpflegepräsidentin Bettina Ambrozzo gestern Nachmittag am Telefon keine Stellung nehmen. Sie könne nicht ein Schreiben kommentieren, von dem sie keine Kenntnis habe.

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