Nachtschichten für Forstmänner

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Um das Nadelöhr auf der Verkehrsachse durch die Klus tagsüber nicht zusätzlich zu belasten, wurde für die Sicherheitsholzerei in dieser Woche auf die Nacht ausgewichen. Ein ungewöhnliches und nicht risikofreies Unterfangen.

Alois Winiger

«Keine Frage, die Sicherheit unserer Leute hat oberste Priorität. Wir haben eine Testphase gemacht, und wenn die nicht absolut sauber verlaufen wäre, hätten wir halt tagsüber gearbeitet», sagt Kilian Bader, Revierförster der Betriebsgemeinschaft Balsthal/Mümliswil-Ramiswil. Diese wurde vom kantonalen Bau beauftragt, in der Äusseren Klus die Felswände oberhalb der Kantonsstrasse so weit von Bäumen zu befreien, dass lockeres Gestein weggeräumt und die Felsen mit Schutzbauten gesichert werden können. «In einer weiteren Phase folgt dann die Aufforstung eines Schutzwaldes», führt Bader aus.

Seit Anfang dieser Woche nun ist ein Team mit der Sicherheitsholzerei beschäftigt. Aber eben nicht – wie üblich – tagsüber, sondern von abends zehn bis morgens fünf Uhr. Der Verkehr auf der Kantonsstrasse wurde einspurig geführt, zeitweise war er für einige Minuten vollständig gesperrt. Nach Plan sollten seit heute Morgen diese Arbeiten am Fels beendet sein.

«Am hängenden Seil»

Mit der Motorsäge in schwindelnder Höhe umzugehen, ist nicht jedermanns Sache. «Nur zwei Mann haben in den Felsen gearbeitet», sagt Bader. Einer im Team sei für die Arbeit am «hängenden Seil» – so der Fachausdruck – ausgebildet. Ein zweiter Fachmann sei hinzugezogen worden. An einigen Stellen hievte ein Arm eines Lastwagenkrans den Mann mit der Motorsäge an den Arbeitsplatz, der mit starken Scheinwerfern ausgeleuchtet wurde. Die Leute hätten übrigens spontan zugesagt, nachts zu arbeiten, bemerkt Bader. «Man weiss, es ist ein zeitlich beschränkter Einsatz und so lief alles ruhig und doch sehr zügig.»

Das Kreischen der Motorsägen scheint bei niemandem die Nachtruhe gestört zu haben. Jedenfalls hat sich weder bei der Polizei jemand beschwert noch bei Kilian Bader. «Das Verständnis ist wohl da gewesen», glaubt er. «Hätten wir tagsüber gearbeitet, so hätte es nur so gehagelt von Reklamationen.»

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