Autobrände.
«Nachts herrscht oft Unruhe im Zelgli»

Zwei junge Brandstifter zünden im Zelgli und Gönhard gezielt teure Autos an – die Anwohner schütteln den Kopf über die kriminellen Halbstarken.

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Deborah Balmer

Die Serie von Fahrzeugbränden hat im Frühling begonnen: Im Mai setzten Linksautonome erstmals eine Luxus-Karosse in Brand. In der Nacht auf den 22. August brannte vor einem Haus an der Heinrich-Wirri-Strasse ein Alfa Romeo, am 26. September ein Mercedes am Gönhardweg.

Die Polizei führte in dieser Zeit gezielt Kontrollen durch: Die Ordnungshüter patrouillierten laut einem Anwohner auffällig oft durch die Strassen im Zelgli und Gönhard. Manche in Uniform, manche in Zivil.

Leibesvisitation erfahren

Jonas S. (Name von der Redaktion geändert), der selber in der Gegend wohnt, hat die hohe Polizeipräsenz am eigenen Leib erfahren: «Vor ein paar Wochen stand ich nachts rauchend und nur mit Shorts und Hausschuhen gekleidet vor der Haustür», erzählt der 20 -Jährige.

Auf Befehl der Polizei musste er sich an die Wand lehnen - die Polizisten nahmen eine Leibesvisitation vor. «Etwas überrascht war ich schon, denn schliesslich wollte ich nur eine Zigarette rauchen - und musste dann dastehen wie ein Schwerverbrecher», erinnert er sich. Doch die zwei Polizisten gaben ihm eine Erklärung für ihr Verhalten: Die Serie von Autobränden im Quartier veranlasse sie zu erhöhter Kontrolle.

Die zusätzliche Polizeikontrolle bedeutete für den SVP-Parteipräsidenten Aarau-Rohr, Marc Dübendorfer, Glück im Unglück: Die Brandstifter versuchten am 14. November den Volvo V70 und den Opel Astra an der Kyburgerstrasse anzuzünden. Die Autos brannten noch nicht, als das Feuer gelöscht wurde, trotzdem: Die Flammen drohten sogar auf das Wohnhaus der Familie überzugreifen. Auch in einem zweiten Fall - insgesamt gab es acht Anschläge - war ein SVP-Politiker betroffen: Am 18. Oktober brannte der Wagen eines SVP-Einwohnerrats.

«Keiner versteht das»

Unterdessen hat die Polizei zwei 20-jährige Burschen aus der linksautonomen Szene festgenommen. Sie sitzen in Untersuchungshaft und sollen aus gutem Haus im Zelgli kommen (AZ vom Mittwoch).

Eine politisch motivierte Tat also? Für Jonas S., der selber in der Jungen SVP ist, gut vorstellbar: «Gewisse Jugendliche rebellieren gegen ihre Eltern und zerstören dann mutwillig Dinge.»

Obwohl er selber von der Polizei untersucht wurde, ist sein Vorschlag, um gegen renitente Jugendliche vorzugehen, einfach: «Die Polizeipräsenz sollte erhöht werden.» Eine Anwohnerin der Pestalozzistrasse und Mutter von zwei Kindern will auf keinen Fall mit Namen genannt werden. Sie sagt: «Am Wochenende herrscht im Quartier oft eine grosse Unruhe.» Jugendliche trinken und randalieren - brechen Seitenspiegel ab oder lassen Dinge aus Vorgärten mitlaufen.

Auch in der Massagepraxis von Renata Bardoscia an der Kyburgerstrasse im Zelgli erzählen Kundinnen und Kunden von der Brandserie: Man habe gehört, dass es etwas Politisches sei. «Dass man mutwillig etwas zerstören kann, das verstehen meine Kundinnen und Kunden nicht», so Renata Bardoscia.