Siechenbach
Nächstes Jahr soll der dritte Streich folgen

In der «Chilchmatt» und bei der Garage Trittibach fliesst der Siechenbach bereits in einem natürlichen Bachbett. Als weitere Etappe des gesamten Renaturierungsprojektes steht das Teilstück mit der Unterquerung der Solothurnstrasse bis zum Einlauf in die Aare an.

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Solothurner Zeitung

Jürg Amsler

Normalerweise plätschert der Siechenbach dahin, als könnte er kein Wässerlein trüben. Nach starken Regenfällen kann er sich aber von seiner ungemütlichen Seite zeigen - und über die Ufer treten. Mit einem Wasserbauplanverfahren will die Gemeinde Büren die Grundlagen für weitere Renaturierungsmassnahmen und einen geeigneten Hochwasserschutz schaffen. Die Auflagefrist verstrich ungenutzt, wie vom kantonalen Tiefbauamt bestätigt worden ist.

Update

Der Siechenbach fliesst auf einer Länge von 1650 Metern vom südlichen Gemeindegebiet («Chilchmatt») in Büren ostwärts in die Aare. Der Bach überwindet dabei einen Höhenunterschied von zirka 60 Metern. Im aufgelegten Wasserbauplan ist der Bach - nach Priorität der Ausführung - in neun Renaturierungs-etappen aufgeteilt worden. Die ersten beiden Etappen sind im letzten Jahr ausgeführt worden. (sl)

«Es ist unser Ziel, dass wir den Wasserbauplan in dieser Form im Dezember von der Gemeindeversammlung genehmigen lassen.» Christoph Abbühl, Bauverwalter in Büren, nennt das nächste Etappenziel für das Wasserbauprojekt. «Natürlich müssen auch die nötigen Mittel bewilligt werden. Die sind mit geschätzten Gesamtkosten von 2,675 Mio. Franken ein grosser Brocken.»

Abbühl präzisiert, dass der Grossteil von Bund, Kanton und Renaturierungsfonds übernommen wird. «Der Gemeinde Büren verbleiben im besten Fall noch etwas mehr als eine halbe Million Franken.» Nicht in dieser Kostenschätzung miteingerechnet sind die beiden ersten, bereits ausgeführten Bauetappen in der «Chilchmatt» und im Bereich der Garage Trittibach in Oberbüren.

Unterquerung der Solothurnstrasse

«Die dritte Bauetappe hat es in sich. Es ist der Abschnitt von der stillgelegten Bahnlinie bis zum Einfluss in die Aare.» Abbühl erklärt, was als Nächstes ausgeführt werden soll. «Die Unterquerung der Solothurnstrasse wird wohl zum ‹pièce de résistance›. Der bestehende Durchlass ist zu klein, um die projektierte Wassermenge zu schlucken. Als optimalste Lösung ist ein rechteckiger Kanal unter der Kantonsstrasse und über den Leitungen der Abwasserentsorgung vorgesehen.» Der Bauverwalter präzisiert, wie dafür gesorgt werden soll, dass das Wasser künftig rück-staufrei abfliessen kann.

Ab der Solothurnstrasse bis zur Einmündung wird der Bach neu auf einer Länge von etwas mehr als 100 Metern offen gelegt. Abbühl: «In diesem Bereich müssen die Zufahrten zu den bebauten Parzellen gewährleistet sein. Alle bestehenden Regenabwasseranschlüsse werden zudem in den renaturierten Bach eingeleitet. Zum Teil müssen die Werkleitungen umgelegt oder gar neu verlegt werden.»

Grosszügige Uferzone

Der zweite Teilabschnitt der dritten Bauetappe betrifft die Linienführung des Baches südlich der Solothurnstrasse bis zur Bahnlinie. «Heute fliesst er in einer Betonschale. Bei stärkeren Niederschlägen tritt der Bach immer wieder über die Ufer auf die Solothurnstrasse.» Christoph Abbühl sagt, wie die Situation verbessert werden kann: «Geplant ist ein offener Wiesenbach mit beidseits grosszügigen Uferzonen.

Dies bedingt einen grossen Landbedarf. Die Gemeinde plant den Erwerb von gut 1000 m2 Kulturland. Mit den jeweiligen Besitzern ist jedoch in der Mitwirkung bereits das Gespräch aufgenommen und nach Lösungen gesucht worden.» Hydraulisch wichtig sei zudem, dass der Bach möglichst rechtwinklig auf den neuen Bachdurchlass in der Solothurnstrasse zufliesst.

Falls alles nach Terminplan läuft, soll die erste Teilstrecke im nächsten Jahr realisiert werden, der zweite Abschnitt in den Monaten September bis November 2011. Die Bauetappen 4 bis 9 sollen in den folgenden Jahren, bis 2015 ausgeführt werden.

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