Nächster Halt «Weissenstein»

Lichtblick für den Weissenstein: Ab Mai soll der Solothurner Hausberg über das Wochenende fahrplanmässig mit einem Postauto erschlossen werden. Das Kurhaus Weissenstein und die Berggasthöfe sind erfreut.

Drucken
Teilen
Nächster Halt «Weissenstein»während der Sommersaison verkehrt künftig ein Postauto zwischen Oberdorf und dem Weissenstein

Nächster Halt «Weissenstein»während der Sommersaison verkehrt künftig ein Postauto zwischen Oberdorf und dem Weissenstein

Solothurner Zeitung

Franz Schaible/Patrick Furrer

Die Ausflugsregion Weissen-stein soll wieder belebt werden. Nach der Schliessung der Sesselbahn im vergangenen November hat der Weissenstein für Ausflügler an Attraktivität verloren. Die im vergangenen Dezember gegründete Task Force Weissenstein meldet nun einen ersten Erfolg: Ab 1. Mai bis am 1. November dieses Jahres wird der Hausberg jeweils übers Wochenende mit dem Postauto erschlossen. Dies jedenfalls ist die «feste Absicht» des Solothurners Tourismusdirektors Jürgen Hofer, wie er einen Bericht vom DRS-Regionaljournal Aargau-Solothurn bestätigt. Zwar liege die Konzession noch nicht vor, aber die Verhandlungen mit der Postauto AG seien weit fortgeschritten. Das Angebotskonzept für die Postautolinie auf den Weissenstein sei erarbeitet, bestätigt seinerseits Roman Cueni, Sprecher der Postauto AG. «Wir wären bereit und könnten starten.»

Platz für Bus und Privatverkehr

Nach Angaben von Hofer ist eine fahrplanmässige Erschliessung im Ein- oder Zweistundentakt vorgesehen. Die Details dazu müssten aber noch geregelt werden. «Der private und der öffentliche Verkehr auf der engen Weissensteinstrasse müssen aufeinander abgestimmt werden», erklärt Hofer weiter. Sowohl bei der Berg- wie bei der Talfahrt des Postautos müsse die Strasse jeweils für Privatautos gesperrt werden.

Finanzierung entscheidet

Der Fahrplan werde nun in Zusammenarbeit mit der Postauto AG und dem kantonalen Amt für Tiefbau und Verkehr erarbeitet. Bis Ende März soll das definitive «Verkehrsregime» auf dem Tisch liegen, verspricht Hofer. Der Hausberg soll von der Talstation Oberdorf aus angefahren werden. Warum nicht vom Bahnhof Solothurn aus? Aus mehreren Gründen wie etwa der Konkurrenzierung des bestehenden öffentlichen Verkehrs oder der Finanzierung stehe im Moment Oberdorf im Vordergrund. Solothurn sei aber eine mögliche Variante. Letztlich wird das Geld über die Realisierung des Vorhabens entscheiden. Denn die Linie ist nicht kostendeckend zu betreiben. «Es braucht einen gemeinsamen Kraftakt von der ganzen Region», sagt Hofer dazu. «Es wäre eine Katastrophe, wenn es nicht gelänge, den Hausberg während der Zeit ohne Sesselbahn mit dem öV zu erschliessen.»

Sobald das Regime für den Busbetrieb vorliege, seien auch die Kosten bekannt. Diese sollen auf «die beteiligten Kreise» aufgeteilt werden, wobei Hofer vorerst keine näheren Angaben machen wollte. «Ich bin aber zuversichtlich, die Finanzierung sicherzustellen. Entsprechende Signale habe ich erhalten.» Und auch Postautosprecher Cueni ist «optimistisch gestimmt, dass der Busbetrieb am 1. Mai aufgenommen werden kann».

Aufatmen für Berggasthöfe

Höchste Zeit, dass sich etwas tut, ist es für die Restaurantbetriebe auf dem Berg. Die haben eine mehr als schlechte Wintersaison hinter sich, wie Annemarie Niederberger vom «Sennhaus» bestätigt. Höchstens halb so viele Gäste wie in anderen Jahren kehrten diesen Winter im Bergrestaurant ein. Schuld daran sei nicht allein die fehlende Sesselbahn. «Auch das Wetter war alles andere als ideal. Es ist nicht viel gelaufen, das haben wir gemerkt.»

Da der Familienbetrieb auch Landwirtschaft betreibt, ist er wenigstens einigermassen zurechtgekommen. Nun hoffen Niederbergers, dass «im Sommer alles besser wird». Ein Postauto wäre ein erster Schritt und «besser als nichts». Was man im Gasthof «Hinter Weissenstein» ähnlich sieht: Im Winter blieben viele Gäste aus, das ewige Hin und Her um eine neue Bahn hat die Besitzer offenbar frustriert. Nun gelte es, die Verluste der letzten Monate im Sommer wieder aufzuholen.

Kurhaus erfreut über «Posti»

Notwendig wäre ein öV-Anschluss für das Kurhaus Weissenstein. Dieses startet am 1. April in sein erstes saisonal geführtes Betriebsjahr (siehe Text links). Für die Kurhauspächter wird das Jahr 2010 entscheidend sein. Das Pächterpaar will es gegebenenfalls zum Anlass nehmen, sein Engagement auf dem Berg zu überdenken. Eine Erschliessung mit dem Postauto wäre aber super, freut sich Pächterin Brigit Leicht. «So bräuchten wir immerhin keine Angst mehr zu haben, dass Ausflügler nach Oberdorf reisen und dann plötzlich am Fusse des Weissensteins stehen, von wo kein Weg mehr nach oben führt.» Ebenfalls erfreut zeigen sich die Besitzer, die Kurhaus Weissenstein AG und die Bürgergemeinde Solothurn. «Wir begrüssen diese Lösung sehr», sagt Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger. «Sie ist wichtig für sämtliche Betriebe auf dem Weissenstein.»

Aktuelle Nachrichten