Nächste Abfahrt ab Silbern

Dietikon könnte in 10 bis 15 Jahren einen dritten Bahnhof bekommen. Eine Machbarkeitsstudie zur S-Bahn-Station Silbern zeigt: Das Projekt hat grosses Potenzial.

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Limmattaler Zeitung

Bettina Hamilton-Irvine

Mit einem dritten Bahnhof könnte Dietikon in der mittelfristigen Zukunft einen grossen Entwicklungsschritt machen. Denn: Das Gebiet Silbern/Lerzen/Stierenmatt (SLS) ist gewaltig auf dem Vormarsch. Bei einem Vollausbau rechnet man mit einer Steigerung von heute 6000 auf 10 000 Arbeitsplätze, die Einwohnerzahl soll sich gar von 100 auf rund 3000 erhöhen (Ausgabe von gestern).

Dass bei einem derartig rasanten Wachstum der Ausbau des öffentlichen Verkehrs eine der wichtigsten Prioritäten ist, hat Dietikons Stadtpräsident Otto Müller schon zu Beginn der Planung immer wieder betont. Überlasse man das Gebiet, dessen grösster Trumpf die Erreichbarkeit sei - das aber auch schon seit Jahren mit Verkehrsproblemen kämpft -, sich selber, drohe ein permanenter Verkehrskollaps, erklärte Müller vor einem Jahr.

Das Kernstück der angestrebten Lösung: eine S-Bahn-Station Silbern beim Coop Megastore. Was vor einiger Zeit noch utopisch klang, wird jetzt konkreter. Eine vom Stadtrat bei einem Verkehrsingenieurbüro in Auftrag gegebene Zweckmässigkeits- und Machbarkeitsbeurteilung liegt nun vor und kommt zum Schluss: Die neue S-Bahn-Station ist zweckmässig und realisierbar.

Mehr Fahrgäste als in Glanzenberg

Zusammen mit Fahrgästen aus der Umgebung wie zum Beispiel Oetwil ist das Potenzial mit rund 2,5 Millionen Ein- und Aussteigern pro Jahr mehr als doppelt so hoch als in Glanzenberg heute, die Fahrzeitbilanz fällt klar positiv aus. Das heisst konkret: Der Reisezeitgewinn für Fahrgäste, welche den neuen Bahnhof Silbern benutzen würden, übertrifft den Reisezeitverlust, welcher dort durchreisenden Fahrgästen aufgrund des zusätzlichen Bahnhalts entstehen würde. «Das Projekt ist nicht nur im Interesse der Stadt Dietikon, sondern von überregionaler Bedeutung», erklärt Müller. Und: Die neue S-Bahn-Station würde entscheidend zur Aufwertung und Entwicklung des Gebietes SLS beitragen, wie Diego Dudli, Projektleiter für die Entwicklungsplanung betont.

«Voraussetzungen sind gut»

Um das Projekt zu realisieren, müsste ein S-Bahn- und Güterverkehrsgleis auf einer Länge von 800 Metern seitlich verschoben werden und die Bahnbrücke über der Mutschellenstrasse etwas verbreitert werden. Der Perron soll 320 Meter lang und 7 Meter breit sein und mit zwei Treppen und einer Liftanlage erschlossen werden. Kosten würde das Ganze geschätzte 34 Millionen. Müller: «Die Frage der Finanzierung muss noch geklärt werden.»

Ebenso die Frage der Fahrplaneinbindung. Denn angesichts der Tatsache, dass der Fahrplan von den SBB bereits bis ins Jahr 2018 gemacht ist, wäre eine Realisierung frühestens 2020 möglich. Ausserdem müssten die durch die verlängerte Fahrzeit entstehenden Auswirkungen auf den Fahrplan Zürich-Aarau oder Zürich-Brugg und die allgemeine Fahrplanstabilität detailliert untersucht werden.

Obwohl die vorliegende Studie bereits viele Bereiche abdeckt, sind weitere vertiefende Studien nötig, bevor man das Projekt den SBB und dem ZVV präsentieren kann, wie Müller erläutert. «Die Voraussetzungen sind jedoch gut. Wir haben bereits positive Signale von Gemeinden, Firmen und zukünftigen Nutzern erhalten.»

Gebiet von kantonaler Bedeutung

Im kantonalen Richtplan ist die S-Bahn-Station noch nicht eingetragen. Da sie jedoch das grösste Zentrumsgebiet von kantonaler Bedeutung im Limmattal optimal an das S-Bahn-Netz anbindet, würde sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Verkehrsprobleme leisten, so Dudli: «Wenn es dem Kanton damit ernst ist, muss er unser Projekt konsequenterweise unterstützen.»

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