Wetter
Nach verhaltenem Start gab der Frühling richtig Gas

Der diesjährige meteorologische Frühling fiel durch gegensätzliche Extreme auf: Der März war ungewöhnlich kalt, April und Mai hingegen abnormal warm.

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Sonne

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Keystone

Birgit Günter

Ein Fast-Rekord jagt in diesem meteorologischen Frühling den nächsten: Denn wie schon der April geht auch der Mai als zweitwärmster seit Menschengedenken in die Annalen ein. Der diesjährige Mai übertrumpft damit sogar jenen des Vorjahres, der damals ebenfalls als zweitwärmster Mai seit Messbeginn betitelt worden war.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 15,3 Grad liegt der Mai jedoch «nur» 1,6 Grad über der Norm. Dies ist weniger spektakulär als die Abweichung im April - diese hatte rekordverdächtige 3 Grad betragen. Rechnet man dies mit der Abweichung im März zusammen (1,7 Grad zu kalt), war der Frühling unter dem Strich 0,9 Grad zu warm.

Schon im Mai ein Hitzetag

Auffällig waren die im Mai erreichten Spitzenwerte. Am 25. registrierte der Titterter Hobby-Meteorologe Hansruedi Schweizer in seiner auf 670 Metern gelegenen Messstation 30,1 Grad - und somit bereits den ersten Hitzetag des Jahres. Dies ist so früh im Jahr bemerkenswert. Letzten Mai beispielsweise - obwohl auch aussergewöhnlich warm - gab es keinen Hitzetag; im Juni und Juli des vergangenen Jahres hatte es je nur einen gegeben und im August, einem traditionellen Hitzemonat, gar keinen. Eher im Rahmen lag die Zahl der Sommertage (Tage mit Temperaturen über 25 Grad); hier waren es vier. Am kältesten war es zu Monatsbeginn mit 3 Grad (am 5.)

Neben der Wärme punktete der Mai auch bei Sonnenschein und Trockenheit. Mit nur 90 Litern Regen liegt der Wert 30 Liter unter dem «Soll»; ohne das Gewitter am 26., das rund 30 Liter brachte, wäre der Wert gar noch niedriger ausgefallen. Beim Gewitter hatte die Region laut Hansruedi Schweizer grosses Glück gehabt: Die Gewitterzelle mit dem heftigen Hagel hatte auf dem Radar ursprünglich auf die Region Basel zugesteuert, ist dann aber rasch nach Osten abgedriftet, um sich erst im Thurgau zu «entleeren» und dort Schäden anzurichten.

Seit Monaten zu wenig Regen

Geregnet hat es im Mai an insgesamt 15 Tagen. Doch auch hier gilt: Der April war noch auffälliger gewesen - dort hatte es statt der normalen rund 100 Liter nur dürftige 18 geregnet. Insgesamt fällt die Niederschlagsbilanz der vergangenen Monate - bloss der März war leicht zu nass gewesen - aber sehr bescheiden aus.

Beim Sonnenschein lag der Mai mit 216 Stunden rund 42 über der Norm (April: 44 Std. zu viel; März: 20 Std. zu wenig). Am meisten Sonne gab es am 30. mit 14 Stunden.