Es ist ein trauriges Schicksal. Ein 28-jähriger drogenabhängiger Mann starb Ende November auf dem WC des Regionalzuges zwischen Offenburg und Basel. Vermutlich hatte er sich eine Überdosis Heroin gespritzt, wie die «Badische Zeitung» berichtet. Sieben Stunden lang fuhr die Leiche im Zug durch die Gegend, bis sie jemand bemerkte und die Polizei verständigte. Die Tür war nicht abgeschlossen, wie Polizeisprecherin Laura Riske der Schweiz am Wochenende bestätigt. Gefunden wurde der Mann mit einer Nadel im Arm.

Der Polizei bekannt

Bei dem Mann, welcher der Polizei als Drogenabhängiger bekannt war, handelt es sich um einen Patienten einer Psychiatrischen Klinik in Emmendingen, nördlich von Freiburg im Breisgau. Der Mann dürfte um 13.18 Uhr in Emmendinen den Regionalzug nach Offenburg bestiegen haben und also Richtung Norden gefahren sein. In Basel endet die Fahrt des Regionalzugs der Deutschen Bahn (DB) im Badischen Bahnhof. Wie oft und wo genau die Leiche hin- und hergefahren ist, lässt sich ohne Angaben der DB nicht feststellen. Diese aber wollte sich nicht äussern und verwies auch gegenüber der bz auf «das noch laufende Verfahren».

Polizei ist zurückhaltend

Ereignet hat sich der Vorfall bereits am Mittwoch, den 29. November. Die Polizei sei, um die Persönlichkeitsrechte zu schützen, bei Suiziden und Drogentoten sehr zurückhaltend mit ihrer Informationspolitik, so Riske.

Das Heroin dürfte sich der Mann gleich nach der Abfahrt des Zuges gespritzt haben. Gefunden wurde die Leiche gegen 20 Uhr beim Halt am Freiburger Hauptbahnhof. Offenbar hat ein Reisender das Zugpersonal zur Hilfe geholt. Notarzt und Polizei waren vor Ort und die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf. Der Zug konnte vorerst nicht weiterfahren und blockierte bis Mitternacht ein Gleis. Riske bestätigte, dass es keine Hinweise auf Fremdverschulden gab.

Der tote Drogenabhängige soll mit seinem Gewicht gegen die Tür gelehnt haben. Es hätte deshalb schon einiger Kraft bedurft, um diese zu öffnen. Vorstellbar ist deshalb, dass es Reisenden oder auch Mitarbeiter der DB unangenehm war, die WC-Tür trotz Widerstand zu öffnen.

Der Zug soll am Abend stark frequentiert gewesen sein. Die «Badische Zeitung» zitierte einen Augenzeugen mit den Worten «Ich gehe davon aus, dass mehrere Zugpassagiere in ihrem Versuch, die Toilette zu besuchen, gesehen haben müssen, dass sich darin ein Mensch befindet.» Ihm zufolge konnte man die Tür so weit öffnen, dass man in die Kabine hätte hineinsehen können.

Die Polizei hat dafür keine Anhaltspunkte: «Wir schliessen auch unterlassene Hilfeleistung aus», sagte die Polizeisprecherin. Die Ermittlungen sind mittlerweise abgeschlossen. «Für uns ist das ein klarer Fall», betont Riske. Die Ergebnisse werden jetzt der Staatsanwaltschaft vorgelegt.