Ehrendingen
Nach langem Anlauf ist Ziel nah

Ein Hang an der Ehrendinger Lägern, der nach langen Regenfällen ins Rutschen kam, wird gezielt stabilisiert.

Drucken
Teilen
Bagger

Bagger

Aargauer Zeitung

Annemarie Pelikan

In den ersten Apriltagen 2006 hatten intensive Regenfälle vielerorts zu Überschwemmungen und kleineren Erdrutschen geführt. Auch am Lägernhang stellten die Landbesitzer Sigmund und Stefan Schmid im Stein mit Schrecken fest, dass ein breiter Streifen ihres Ackers abgerutscht war.

Seither sind drei Jahre vergangen, die entstandenen Erdnarben sind überwachsen, das Terrain konnte aber nur bedingt bewirtschaftet werden. Dies soll sich bald ändern, denn nun sind endlich Bagger aufgefahren und die Sanierungsarbeiten im Stockacker haben begonnen.

Ein Drainagerohr dem Rutschhang entlang soll das Wasser aufnehmen und in einen Schacht ableiten. Damit wird das Terrain stabilisiert werden, sagt Projektleiter Markus Tschann vom Ingenieurbüro Steinmann in Brugg.

Der Kanton und der Bund zahlen mit

«Es war ein steiniger Weg», betont Stefan Schmid. Die Korrespondenz und die Unterlagen zum Thema füllen einen ganzen Ordner. «Der Bund hat zwar einen Fond für ungedeckte Elementarschäden, doch dort wollte man erst tätig werden, wenn sich auch der Kanton beteiligt.» Die Offerte des Büros Steinmann laute auf knapp 100 000 Franken, beitragsberechtigt sei aber nur die Summe von 88 000 Franken.

«Auf dieser Basis wird der Bund 35 Prozent und der Kanton 27 Prozent der Kosten übernehmen», sagt Schmid. Die Restkosten von rund 45 000 Franken werden zu je zwei Teilen Sigmund und Stefan Schmid zu tragen haben und zu einem Teil Eugen Duttwiler, der mit der obersten Ecke auch vom Schaden betroffen ist.

Die Verhandlungen mit Bund und Kanton hätten sich wirklich als langwierig erwiesen, bestätigt Gemeinderat Franz Sieber. «Nach dem Gesuch ans Departement Finanzen und Ressourcen, Abteilung Landwirtschaft, Unterabteilung Strukturverbesserung, gab es ein Hin und Her, ein Geologe musste herbeigezogen und zuletzt ein Baugesuch aufgelegt werden», erklärt er.

Das erste Projekt sei als zu teuer abgewiesen worden, nun setze man eine einfachere Version zur Entwässerung des Rutschgebietes um. «Ich denke, das Geld ist vernünftig eingesetzt und die Landbesitzer können das Terrain danach wieder normal bewirtschaften», sagt Sieber. An den ganzen Kosten beteiligt sich auch die Gemeinde, indem sie einen Teil der Kosten für den Geologen übernimmt, die Verhandlungen koordinierte und letztlich auch abrechnen wird.

«Es ist zwar bitter, für etwas bezahlen zu müssen, das nichts einbringt, denn eine Garantie, dass der Hang nicht wieder ins Rutschen kommt, haben wir nicht», erklärt Stefan Schmid. Dennoch ist er froh, dass sich die Gemeinde der Sache angenommen hat.

«Unsereiner weiss ja in einem solchen Fall nicht, was zu tun ist», sagt er. Er wird von seiner Versicherung einen Beitrag erhalten. Derweil gehen die Arbeiten voran und bald fertig sein, vorausgesetzt, es regnet nicht zu viel. Denn dann könnten die Baumaschinen, wegen Rutschgefahr, nicht aufs Terrain fahren.

Aktuelle Nachrichten