Attila szenogrady

Nach einer Kollision in Birmensdorf hat ein Limmattaler zwei am Unfall beteiligte Automobilisten mit einem Baseballschläger massiv bedroht. Nun wurde der Angeklagte zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt.

Der Vorfall geht auf einen Novemberabend vor vier Jahren zurück. Damals kam es beim Kreisel an der Aescherstrasse zwischen zwei Automobilisten zu einem Auffahrunfall. Die beiden Schweizer mittleren Alters stiegen aus und wollten die Folgen der harmlosen Kollision ohne Polizei regeln.

Während die beiden Unfallbeteiligten ihre Adressen austauschten, regte sich ein dritter Autolenker fürchterlich auf. Der heute 68-jährige Mann forderte die beiden Geschädigten auf, ihre beschädigten Fahrzeuge an einem anderen Ort abzustellen. Die zwei Lenker gaben sogleich zurück: Einer von ihnen betitelte den 68-Jährigen als «dumme Siech», der zweite Mann schlug dem späteren Angeklagten auf die Motorhaube.

Kurzschlussreaktion?

Der Limmattaler reagierte sofort. Er griff zu seinem im Auto deponierten Baseballschläger und stieg aus. Er baute sich vor seinen beiden Gegnern auf und schlug mit der Waffe demonstrativ auf seine flache Hand. Dann fragte er den jüngeren Kontrahenten, ob er ihm Anstand beibringen solle, und stiess massive Drohungen aus. Beide Männer erschraken sehr. Einer von ihnen hielt sich schützend die Hände vors Gesicht.

Danach zog sich der bewaffnete Angreifer zurück. Allerdings hatte er in der Folge Pech: So wurden die beiden «Kollisionsgegner» infolge des gemeinsamen Herausforderers plötzlich zu Verbündeten und suchten die Kantonspolizei auf, um Anzeige zu erstatten.

Bloss Gehhilfe und keine Waffe?

Tatsächlich konnte die Polizei den Limmattaler ausfindig machen. Bei der eingeleiteten Strafuntersuchung stellte er die Begegnung mit den Geschädigten nicht in Abrede, bestritt aber jegliche Drohung. Wegen einer Fussverletzung habe er den Baseballschläger bloss als Gehhilfe verwendet, gab er zu Protokoll. Allerdings glaubte die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis den beiden Anzeigeerstattern und erhob im Herbst 2007 Anklage wegen Drohung. Der Antrag lautete auf eine Geldstrafe von 42Tagessätzen zu 80Franken. Ohne Bewährungschance, da der Mann eine Vorstrafe wegen Hinderung einer Amtshandlung sowie Beschimpfung auf dem Kerbholz hatte. Er hatte einen Grenzbeamten attackiert.

Das Bezirksgericht Zürich hat den Angeklagten nun in unentschuldigter Abwesenheit verurteilt. Genau im Sinne der Staatsanwaltschaft, womit der nach Spanien ausgereiste Täter eine unbedingte Geldstrafe von 3360Franken kassierte. Zudem wurden ihm sämtliche Gerichtskosten von über 2000Franken auferlegt.

Im Urteil hat das Gericht die Aussagen des Angeklagten während der Untersuchung als zu widersprüchlich eingestuft. Im Gegensatz zu den Schilderungen der Geschädigten. Das Gericht würdigte das Verschulden aufgrund des hohen Verletzungspotenzials des Baseballschlägers als erheblich.