Vor dem Gericht in Moulins standen ein heute 22-jähriger portugiesischer Staatsangehöriger und dessen 44-jähriger Onkel. Der junge Mann war der Lenker des Unglückswagens, der Onkel der Besitzer des Fahrzeugs. Sie waren der fahrlässigen Tötung und der Verletzung von Sicherheitsbestimmungen angeklagt.

Der 22-Jährige wurde zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Sein Onkel erhielt eine Strafe von vier Jahren. Damit verbunden ist der Entzug des Führerausweises während fünf Jahren und ein Tätigkeitsverbot im Bereich des Personentransports.

Keine Berechtigung

Die Portugiesen waren im März 2016 auf dem Weg vom freiburgischen Romont in die Osterferien in der Heimat. Ohne den Sichtverhältnissen Rechnung zu tragen, habe der Lenker des Lieferwagens mit übersetzter Geschwindigkeit überholt, kamen die französischen Ermittler zum Schluss. Zudem sei das Fahrzeug in bedenklichem Zustand und überladen gewesen.

Die Sitze waren in den Lieferwagen eingebaut worden, um ihn zu einem improvisierten Minibus zu machen. Dabei waren die Sitzverankerungen mangelhaft oder gar nicht vorhanden, ebenso wie die Sicherheitsgurten. Der Fahrer verfügte zudem über keine legale Berechtigung zum Transport so vieler Personen.

"Strasse des Todes"

Unter den Opfern befand sich auch eine Familie mit einem siebenjährigen Kind. Die Todesopfer wohnten alle in Freiburg und Grande-Marnand VD.

Am 24. März prallte der Lieferwagen in der Nacht auf der Nationalstrasse 79 in der Nähe von Moulins im französischen Departement Allier frontal in einen Lastwagen. Das Drama spielte sich auf einem Strassenabschnitt ab, der wegen seiner Gefährlichkeit "Strasse des Todes" genannt wird.

Am 8. Januar 2017 verunglückte auf der gleichen Strasse ein Reisecar mit 32 portugiesischen Reisenden auf dem Rückweg von den Weihnachtsferien in die Schweiz.