Allerdings sei noch unklar, wie viel des ausströmenden Öls so aufgefangen werde, sagte BP-Manager Kent Wells bei einer Pressekonferenz. "Das ist die grosse Frage", sagte Wells in Houston (Texas). "Ich habe keinerlei Ahnung".

Diese Frage könne erst in einigen Tagen beantwortet werden. Man wolle die Menge aber in den nächsten Tagen behutsam erhöhen. "Das wird einige Zeit dauern."

Die Operation gilt als höchst kompliziert. Wells sagte, es sei mit Hilfe ferngesteuerter Mini-U-Boote gelungen, ein rund 1,6 Kilometer langes Absaugrohr von rund zehn Zentimeter Durchmesser in das defekte Steigrohr von 53 Zentimeter Durchmesser einzuführen.

"Wir hoffen, dass wir in der Lage sind, das Rohr dort zu halten". Zuvor hatte sich das Absaugrohr bei zwei Anläufen verschoben und die Operation musste jeweils abgebrochen werden.

Zugleich dämpfte Wells allzu grosse Hoffnungen auf ein rasches Ende der Ölpest: Es werde vermutlich noch bis zu zehn Tagen dauern, bis der Ölfluss tatsächlich gestoppt und das Leck in 1500 Meter Tiefe abgedichtet werden könne.

Um das Leck zu verschliessen, wollen die Experten grosse Massen von Schlamm und Geröll einsetzen, die unter starkem Druck in das Leck "geschossen" werden sollen. Wells bezeichnet die Methode als "Top Kill". Dies könne bis zu zehn Tagen dauern.

Beobachter sprachen von einem ersten entscheidenden Fortschritt im Kampf gegen die Ölpest: Erstmals seit dem Unfall der Bohrinsel "Deepwater Horizon" endete eine Operation nicht mit einem völligen Fehlschlag.

Zugleich gab es aber Negativ-Nachrichten: US-Wissenschaftler entdeckten riesige Unterwasser-Ölschwaden. Diese seien bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und hätten eine Höhe von rund 100 Metern.