Impfung

Nach erster Welle sind die Freiämter impfmüde

Impfung: Nach einer ersten Welle flaut der Ansturm ab. (AZ-Archiv)

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Impfung: Nach einer ersten Welle flaut der Ansturm ab. (AZ-Archiv)

Der erste Ansturm auf die H1N1-Impfung ist bei den Freiämter Hausärzten vorbei. Das erklären Hausärzte auf Anfrage der AZ Freiamt. Im Kreisspital Muri liegt zurzeit nur ein Patient mit Verdacht auf die so genannte Schweinegrippe im Isolierzimmer.

Eddy Schambron

Kaum war der Impfstoff gegen das H1N1-Virus bei den Hausärzten, gab es eine Welle von Impfwilligen, die ihre Praxen aufsuchten. «Das hat sich inzwischen gelegt», stellt Silvana Leuppi von der Praxis Biele und Paur in Wohlen fest. Impfwillige gehen auch jetzt nicht leer aus, wenn sie sich vor der Grippe schützen wollen. «Jeder Arzt hat eine begrenzte Anzahl Impfdosen erhalten, aber wir haben wohl noch gegen 100 Dosen vorrätig.» In der Praxis von Verena Gantner in Muri hingegen sind die Impfdosen aufgebraucht. «Wir haben nachbestellt», erklärt Anna Küng. Roli Schumacher, Villmergen, Präsident der Freiämter Ärztegesellschaft, bestätigt: «Das Impfen ist völlig eingebrochen.» Den Grund dafür sieht er in der Nachrichtenlage in den Medien. «Wenn die Grippe aus den Augen ist, ist sie auch aus dem Sinn.»

Zurückhaltung im Spital

«Am Anfang mussten wir rationieren, jetzt wäre für alle genügend Impfstoff da. Aber die Nachfrage nach der Impfung nimmt beim Personal ab», stellt Ruth Engeler, Leiterin des Pflegedienstes, fest. «Vielleicht liegt es daran, dass die Impfung bei einigen Leuten doch gewisse Nebenwirkungen hat», stellt sie fest. Von einer Pandemie ist jedenfalls im Spital Muri nichts zu spüren. Im Moment liegt ein Patient mit Verdacht auf Schweinegrippe im Isolierzimmer des Spitals, pro Tag melden sich etwa ein bis zwei Personen beim Notfall, welche glauben, an dieser Grippe erkrankt zu sein. «Sie konnten bisher in der Regel wieder nach Hause beziehungsweise zum Hausarzt geschickt werden», stellt Ruth Engeler fest.

Für Roli Schumacher ist klar, dass die Nachfrage nach der Impfung «sofort steigt, wenn wieder Krankheitsfälle in den Medien thematisiert werden». Die Hausärzte wären gerüstet: «Impfstoff hat es genug, und inzwischen klappt auch die Verteilung.» Eine Impfrate von über einem Drittel der Bevölkerung hält er aber für illusorisch.

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