Nach 4 Jahren den Sohn besucht

Am Freitagabend zeigt das Schweizer Fernsehen im Rahmen der Dok-Serie «Fortsetzung folgt», wie die Zofinger Sekretärin Elvira Züger nach vier Jahren erstmals ihren kleinen Sohn in Thailand besucht.

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Als das Schweizer Fernsehen bei Elvira Züger (39) anfragte, ob sie bereit wäre für eine Fortsetzung zum Dok-Film «Glück unter Palmen», in dem sie die Hauptperson spielt, musste sie sich dies zweimal überlegen.

Schliesslich sagt sie Ja – weil «mir das Schweizer Fernsehen den Kontakt zu meinem Sohn Tobi ermöglichte». Und weil sie ihrem Ex-Mann und der Verwandschaft in Thailand wieder in die Augen schauen konnte. Doch was ist so besonders am Leben der Aargauerin, dass ihr das Fernsehen schon die zweite Dok-Sendung widmet?

«Es war wunderschön»

Angefangen hat alles mit einer Liebesgeschichte wie aus dem Bilderbuch: Elvira Züger – damals Sekretärin im Forstamt Aarau, heiratete vor acht Jahren den Seezigeuner Pon im thailändischen Ko Lanta. Als die grosse Tsunami-Welle die Insel überflutete, suchte das Paar mit Söhnchen Tobi Schutz in der Schweiz.

Doch die Ehe der beiden zerbrach. Und Elvira Züger musste eine schwierige Entscheidung fällen, die vielleicht auf den ersten Blick unverständlich scheint: Sie hat ihren damals vierjährigen Sohn mit ihrem Ex-Mann zurück nach Thailand ziehen lassen. «Ich musste erkennen, dass mein Sohn kein Schweizer ist, sondern ein Thailänder», sagt sie. Auch wenn es ihr sehr schwer gefallen sei, sie habe damals zum Wohl ihres Sohnes gehandelt.

Vor drei Wochen war sie erstmals wieder auf Ko Lanta. Nach vier Jahren hat sie erstmals ihren Tobi (8) wieder in die Arme geschlossen. Begleitet von Reportern des Fernsehens. Für Elvira Züger war es nicht selbstverständlich, dass Tobi und die thailändische Verwandschaft ihr so offen begegnet sind: «Es war wunderschön.»

«Film noch nicht gesehen»

Heute hat Elvira Züger einen neuen Partner und eine Arbeitsstelle auf der Post Zofingen. So hat sie weiterhin die Möglichkeit, ihrer Familie in Thailand zu helfen.

«Elvira und der Seezigeuner» wird sie sich gemeinsam mit ihrem Partner anschauen. Und zwar äusserst gespannt: «Denn ich habe den Film noch nicht gesehen.» Sie hofft vor allem, dass ihre Entscheidung richtig rüberkommt. Derzeit schreibt sie an einem Buch. Einen Verleger sucht sie noch.